RWE im Halloween-Style, süße Punkte bei teilweise saurem Match in Großaspach
Rot-Weiss Essen marschiert. Nach dem Pokaldrama gegen die Marketingidee unter der Woche erfreute RWE seine Anhänger mit drei wichtigen Punkten in der Liga. Dickson Abiama, zuvor der Spieler mit den meisten Torabschlüssen ohne Torerfolg der Liga, belohnte sich und seine Mannschaft nach 35 Minuten mit dem Tor des Tages für eine überlegen geführte erste Halbzeit. In Hälfte Zwei gruben beide Teams eher den ohnehin tiefen Rasen um, als Fußball zu spielen, aber das konnte RWE und seinem Anhang recht sein.
Das Personal
SG Sonnenhof Großaspach: Reule – Rahn, Leon Maier (88. Hajdini), Uhl, Molinari – Celiktas (46. Loris Maier), Kunde – Stoppel (78. Faß), Pollex, Rossmann – Eisele (46. Zografakis)
Rot-Weiss Essen: Golz – Hofmann (75. Kostka), Hüning, Rios Alonso, Bouebari – Sietan, Reisig – Abiama (88. Bazzoli), Bätzner (46. Janssen), Pesch (75. Celebi) – Brumme (83. Dardari)
Der Spielfilm
RWE übernahm am Halloween-Wochenende sofort das Kommando und stellte unter Beweis, dass es das fußballerisch reifere Team war. Nachdem Hofmann nach einer klugen Freistoßvariante noch die Führung verpasste, kurz zuvor erzwang Franci Bouebari mit einem abgefälschten Schuss fast ein Großaspacher Eigentor, und auch Aushilfsstürmer Brumme nach einer brillanten Hereingabe von Nick Bätzner den Ball im Rutschen nicht ins Tor brachte, war es dann so weit. Ben Hüning chippte die Kugel in die Box, Nick Bätzner legte klug per Kopf zurück und Dickson Abiama vollendete auch per Kopf ins lange Eck (35.). Der Dosenöffner. Beim Stande von 0:0 hatten die Gastgeber nach einem weiten Schlag hinter Essens Kette eine gute Gelegenheit, aber Lukas Stoppel kontrollierte die Kugel nicht sauber, Golz und Hofmann klärten mit vereinten Kräften.
Ansonsten fürchtete RWE lange Zeit nur einen Pausenauftritt der anwesenden Schlagersängerin Andrea Berg, Gattin des Großaspach-Mitbegründers Ulli Ferber. Berg war eigens aus Kleinaspach herübergekommen, betrat aber zum Glück nicht den Rasen, um ein Potpourri ihrer größten Hits zu bieten.
Ungemütlich wurde es im zweiten Abschnitt dennoch. Nick Bätzner verließ verabredungsgemäß zur Pause das Feld, Marek Janssen kam. Janssen setzte schon nach wenigen Sekunden eine erste Duftmarke und schloss nach einem langen Ball beherzt ab. Der Ball flog nur knapp vorbei. Marek Janssen verzeichnete dann als Stürmer noch eine defensive Ganztat und kratzte den Ball nach 68. Minuten für den geschlagenen Jakob Golz von der Linie. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass die zweite Hälfte anders lief.
RWE musste sich in einer kampfbetonten Partie ohne spielerische Höhepunkte nun vermehrt Ausgleichschancen der Gastgeber erwehren, selbst hatte man vorne nur einen schönen Abschluss von Abiama zu bieten, der den Ball per Hacke gefährlich aufs Tor brachte. Nach einer vierminütigen Nachspielzeit beendete Schiedsrichter Luca Sambill die Partie, die in Hälfte Zwei getreu des Halloween-Mottos fußballerisch viel Saures hatte, aber süße Punkte brachte.
Die Aufreger
Der Auftritt von Jungschiedsrichter Luca Sambill gefiel beiden Trainern nicht. Sowohl Pascal Reinhardt als auch Uwe Koschinat erregten sich des Öfteren über eine chaotisch zu nennende Spielführung des Unparteiischen, bei der sich beide Teams zwischenzeitlich wie in der Kreisklasse um jeden Einwurf balgten, weil das Gespann keine klaren Kommandos gab. Uwe Koschinat holte sich kurz vor dem Ende auch noch Gelb ab. Sambill nahm dem Spiel mit zunehmender Spieldauer den ohnehin kaum noch vorhandenen Spielfluss gänzlich, weil er gefühlt in jedem Zweikampf eine Regelwidrigkeit erkannte. Der junge Unparteiische machte dennoch keine gravierenden Fehler.
Fazit und über den Tellerrand geschaut: Die Lage in der Dritten Liga
Ein geiler dreckiger Sieg! Insbesondere aufgrund des personellen Aderlasses muss dieser RWE-Erfolg sehr hoch gewertschätzt werden. Essen ergatterte sich drei Zähler an einem Wochenende, an dem erneut diverse Konkurrenten strauchelten. Langzeit-Tabellenführer MSV Duisburg büßte trotz 3:0-Führung nach nur 11 Spielminuten nicht nur beim letztlichen 3:3 gegen den VFB Stuttgart 2 noch 2 Punkte, sondern auch Platz 1 ein. Dieser gehört nun Viktoria Köln, dem Überraschungsteam der Liga, das 1:0 bei Hoffenheim 2 siegte. RWE liegt 2 Punkte hinter diesem Duo auf Platz 3.
Während die eigentlichen Top-Favoriten Düsseldorf (0:0 gegen Meppen) und Rostock (1:2 in Regensburg) trotz bereits erfolgter Trainerwechsel weiter an Boden verlieren, befinden sich Saarbrücken (2:1 gegen den Waldhof) und Alemannia Aachen (2:1 gegen Preußen Münster) mit aber immerhin vier Zählern-Rückstand auf Essen auf Platz 4 und 5.
Am nächsten Wochenende kommt es an Essens Hafenstraße zum Westschlager RWE gegen Alemannia Aachen. Dann treffen nicht nur große Namen , sondern auch tabellarische Schwergewichte aufeinander. Freuen wir uns darauf.
NUR DER RWE!
Sven Meyering

