Spielbericht
RWE feiert einen blitzsauber dreckigen Arbeitssieg! 2:0 gegen Fortuna Köln
Nach dem Drama von Münster lief es für Rot-Weiss Essen gegen Fortuna Köln besser. Ohne zu glänzen, aber sehr souverän arbeitete RWE durch Tore von Janssen (20.) und Potocnik (82.) bemühte, aber harmlose Kölner nieder. Blitzsauber, Jungs!
Das Personal
Rot-Weiss Essen
Golz- Bouebari, Ríos-Alonso, Hüning, Kostka – Pesch (80. Reisig), Sietan, Abiama (72. Brumme), Telalović (88. Bazzoli), Obuz (80. Dardari) , Janssen (72. Potocnik)
Fortuna Köln
Winkler – Fischer, Fünger, Al-Azzawe, Telle (46. Thier) – Stanilewicz, Strauch, Geerkens (85. Bornemann), Bröger (76. Harenbrock) – Aigbekaen (Al Ghaddiouie), Mause (59. Wirtz)
Der Spielfilm
RWE musste sich gegen gut die Räume verengende Fortunen ins Spiel hineinbeißen. Das gelang zunächst nur der linken Essener Seite mit Bouebari und Abiama gut. Sie setzten Kölns rechte Abwehrseite unter Druck, doch der letzte Pass fehlte. Auf der Gegenseite erarbeitete sich der Gast einige Eckstöße, die die Gastgeber aber gut verteidigten. Nach 20 Minuten dann der Marvin Obuz-Moment. Bis dato untergetaucht, hatte Obuz eine blendende Idee und passte messerscharf in die Schnittstelle, Marek Janssen hatte seine Nase ausgefahren und das Tor gerochen, kurz danach hielt er den Fuß rein, 1:0 für RWE! Bis zur Pause hätte Essen bei guten Abschlussgelegenheiten von Obuz, Pesch und Kostka das 2:0 auf dem Fuß und dominierte deutlich. Doch zunächst passierte nichts weiter.
Die zweite Hälfte geizte mit torgefährlichen Aktionen, der Ex-Essener Jannick Mause hätte RWE nach 50 Zeigerumdrehungen hart treffen können, setzte den Ball aber über den Kasten, Bewacher Hüning wäre zu spät gekommen. Die Essener blieben tonangebend, aber das dahin plätschernde Spiel machte etwas ungute Gefühle, dass die Fortuna mit einer guten Aktion zum Spielverderber werden könnte. Da freute sich ganz Fußball-Essen besonders über den ersten Saisontreffer von Jaka Cuber Potocnik, der die Vorentscheidung bedeutete (82.). Dass der junge Slowene dank eines guten Passes von Telalovic den Ball zunächst über den halben Platz trieb und dank eines klugen Laufweges seines Sturmpartners, der die Kölner Deckung weiter auseinander riss, kurz nach Innen zog und dann wunderbar von der Boxgrenze abschloss, zeugte davon, dass Potocnik auf dem Weg zu guter Form ist.
Danach brannte nichts mehr an. RWE verteidigte konzentriert und konnte von diesem Gegner nicht an die Leistungsgrenze gebracht werden. Auch nicht von Enzo Wirtz und Cedric Harenbrock, zwei weiteren ehemaligen RWE-Akteuren, die später ins Match kamen. Es spricht für RWE, dass es auch an einem nur durchschnittlichen Tag zu einem sehr verdienten Erfolg kam.
Die Aufreger
Schiedsrichter Niclas Rose verstand es meisterhaft, mit einerseits kleinlichen Pfiffen den Spielfluss zu unterbrechen und andererseits extrem fragwürdigen persönlichen Strafen die RWE-Fangemeinde und Trainer Uwe Koschinat auf die Palme zu bringen. Hauptaufreger war das nicht geahndete rücksichtslos zu nennende Foul von Geerkens an Semir Telalovic, der den mit dem Ball davon eilenden Essener von hinten das Bein wegtrat, ohne Chance auf den Ball und mit der einzigen Absicht, Foul zu spielen. Rose ließ Vorteil laufen, der verpuffte kurz danach. Warum er Geerkens hartes Foul danach nicht dennoch als zumindest gelbwürdig beurteilte, blieb sein Geheimnis. Zumal Geerkens durch etliche weitere Ruppigkeiten auffiel und dennoch ohne Verwarnung bleiben sollte.
Anders als Janne Sietan, der kurz nach der Telalovic-Szene in einem Zweikampf zu spät kam und sich sofort dem Gelben Karton gegenüber sah. Hier stimmten die Verhältnismäßigkeiten schlichtweg nicht. Nicht nur Sietan sah hier Gelb, sondern auch Uwe Koschinat, der sich zurecht empörte und nach dem Schlusspfiff ungewohnt deutliche aber nachvollziehbare Worte über Roses Leistung fand.
Fazit und über den Tellerrand geschaut: Die Lage in der Dritten Liga
Im Spielerkreis nach dem Schlusspfiff zeigte Uwe Koschinat mit den Fingern ausdrucksstark die Zwei und damit auch implizit das Victory-Zeichen. Die Zwei steht für Essens tollen Zwei-Punkteschnitt nach 9 Spielen in der Liga. Das ist tatsächlich stark. Dennoch reicht dieser „nur“ für Platz 3. Denn das Torverhältnis der mit 18 Zählern punktgleichen Kölner Viktoria, der Überraschungsmannschaft der Liga, ist deutlich besser.
Als Essener sagt man es nicht gerne, aber die Punkt-und Torausbeute des Tabellenführers MSV Duisburg ist schlichtweg überragend. Auch über den 1. FC Saarbrücken fegten die Zebras im Ludwigspark hinweg und siegten im Saarland mit 4:2. Der verdiente Lohn, 6 Punkte Vorsprung vor der Viktoria und RWE.
Am kommenden Spieltag reisen die Kölner zum MSV und RWE hofft auf einen Dreier in Ingolstadt, um von dieser Konstellation zu profitieren. Wie wichtig auch solche Erfolge wie gegen Fortuna Köln sind, zeigte übrigens der 2:0-Coup des SV Meppen bei Hansa Rostock. Egal, was morgen noch passiert, Essen wird in der Tabelle nicht abrutschen.
NUR DER RWE!
Sven Meyering
Fotos


























































