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2022/2023 – 3. Liga

Rot-Weiss Essen – 1. FC Saarbrücken (1:0)

Am ungeliebten Termin am Montagabend stieg ein Spiel, das so viel Tradition atmet, dass der Montag zum Feiertag wurde. Der 1. FC Saarbrücken gastierte mit 1.000 Gästefans an der Hafenstraße und Felix Götze erlöste unsere Rot-Weissen mit dem Tor des Tages. Der Spielbericht ist online.

Vorbericht

Mit Mut allen Widrigkeiten gegen Saarbrücken trotzen

Nein, der Spielplan meint es alles andere als gut mit unseren Rot-Weissen, denn nach der Stabilisierung der Mannschaft muss das Team bis Ende Oktober nur gegen die stärksten Mannschaften der Dritten Liga spielen. Hinzu kommen Hiobsbotschaften gefühlt im Viertelstundentakt. Rein wirtschaftlich ist die finanzielle Schieflage eines Teils der Harfidgruppe und damit des Hauptsponsors von Rot-Weiss Essen ein herber Rückschlag und es bedeutet neben der Ungewissheit für viele Mitarbeiter auch die Ungewissheit, ob RWE sich einen neuen Brustsponsor suchen muss.

Darüber hinaus sind neben den Langzeitverletzten auch weitere wichtige Spieler angeschlagen. Am schwersten wiegen die Verletzungen der Stammspieler Clemens Fandrich und Kapitän Daniel Heber. All das kann einen Essener aber nicht erschüttern und ohne Angst geht es in das Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken.

Wir hoffen, dass Daniel Heber rechtzeitig fit wird.

Die rot-weisse Personallage und taktische Optionen

Eigentlich stellt sich die Mannschaft beinahe von selbst auf. Da Moritz Römling ebenfalls ausfallen wird, führt kaum ein Weg daran vorbei, dass Isaiah Young erneut defensiver agieren wird. Am Sturm werden hingegen genauso wenig Änderungen vorgenommen werden, wie auf der rechten Seite, auf der Andreas Wiegel vom ersten Tag an vorangeht. Da Clemens Fandrich nicht fit ist, besteht die Möglichkeit, Björn Rother eine erneute Chance anzubieten. Im Sommer kam dieser als vermeintlicher Königstransfer und konnte in einer Mannschaft nicht brillieren, die insgesamt in der Findungsphase war. Wer weiß, ob es nicht sogar eine Chance ist, Rother wieder in die Mannschaft hereinzubringen, denn einen Defensivspezialisten, der Rother ist, der sich schon mehrfach in oberen Ligen bewährt hat, auf den kann Rot-Weiss Essen nicht dauerhaft verzichten.

Schwierig stellt sich der Ausfall von Daniel Heber dar. Erste Wahl für den Ersatz wird Felix Herzenbruch sein, ist von Christoph Dabrowski zu vernehmen. Herzenbruch steht unter den Fans stark in der Kritik, da er aufgrund von individuellen Fehlern einige Gegentore zu Saisonbeginn mit verschuldet hat. Dies wirkt an manchen Stellen, an dem ihm die Tauglichkeit für die Liga abgesprochen wird, reichlich überzogen, da er durchaus viele Situationen bravourös gemeistert hat. Da jeder grobe Fehler in der Innenverteidigung sofort zu guten Torchancen für den Gegner führt, werden diese einem Verteidiger deutlich seltener verziehen als in jedem anderen Mannschaftsteil.

Björn Rother brennt darauf, sich wieder in die erste Elf zu spielen.

Der Gegner: 1. FC Saarbrücken (Platz 4 / 8 Spiele / 4 Siege / 4 Unentschieden / 14:4 Tore)

Der 1. FC Saarbrücken gehört mit zu den besten Fußballteams, die die Liga zu bieten hat. Allein die Sturmbesetzung lässt den neutralen Zuschauer mit der Zunge schnalzen. Julian Günther Schmidt ist noch aus Regionalligazeiten bekannt und ist in der 3. Liga durchgestartet. Genauso gehört Ex-RWE-Spieler Kasim Rabihic mittlerweile zu den erfahrensten Kräften der Dritten Liga. Der stärkste Stürmer ist allerdings der gebürtige Saarbrücker Sebastian Jacob, der mit fünf Treffern die interne Torschützenliste anführt und in der letzten Woche beim 6:0 Sieg gegen Bayreuth den bayrischen Gegner beinahe allein erledigt hat. Wie stark die Offensivreihe ist, merkt man daran, dass Adriano Grimaldi, einer der stärksten Torschützen der Liga, aufgrund einer Verletzung in der letzten Woche zum ersten Mal von Beginn an spielte. Dennoch schossen die Saarbrücker bisher 14 Tore, das ist schon aller Ehren wert.

Das Prunkstück ist aber entgegen all der soeben erteilten Lorbeeren nicht der Sturm, sondern die Abwehr. Mit nur vier Gegentreffern in acht Spielen liegt die Defensive der Saarbrücker mit großem Abstand an der Ligaspitze. Saarbrücken sorgte darüber hinaus für die einzige Niederlage des SV Elversberg, das ist eine Leistung, die selbst die hoch favorisierten Sechziger nicht fertigbrachten. Der in Essen bestens bekannte Uwe Koschinat musste sich nach vier Unentschieden in Serie ab dem 4. Spieltag bereits kritische Rückfragen zur Qualität seines Teams gefallen lassen, die er mit dem Hinweis konterte, dass seine Mannschaft gleich sechsmal zu Null gespielt hat in den ersten acht Partien. Aus gegnerischer Perspektive hat er damit durchaus ein gutes Argument für seine Arbeit mit der Mannschaft gesetzt. Es wird also umso schwieriger die bisherige Sturmflaute zu beenden.

Neben den sportlichen Eckpunkten müssen wir gegen Saarbrücken auf das Drumherum schauen, denn Saarbrücken ist der erste Gegner, auf den man sich auch aus Zuschauersicht richtig freuen kann. Dass die sonst so reisefreudigen Erzgebirgler den Gästeblock nicht ganz voll gemacht haben liegt wohl an einer Mischung von unbefriedigendem Saisonverlauf und schlechter Terminierung. Saarbrücken ist nicht ganz so weit und die Lust auf das erste Spiel an der Hafenstraße seit dem Jahr 2009 ist merklich groß, wovon wir uns unter der Woche beim wunderbaren Fanpodcast Studio Blau-Schwarz überzeugen konnten, bei dem wir von Jawattdenn.de die Ehre hatten, zu Gast zu sein. Wir empfehlen das Hören, wenn euch nur das Gespräch über RWE interessiert, beginnt dies bei 1h15 Minuten. Es werden zwischen 800 und 1.000 Gästezuschauer an einem Montagabend erwartet, Chapeau. Es ist alles für ein Fußballfest angerichtet.

Auch am Montag steigt ein Fußballfest an der Hafenstraße.

Fazit

Am Wochenende stieg der Druck, da der BVB II einen 1:0 Rückstand beim FSV Zwickau noch drehte und der SC Verl einen überraschenden Dreier gegen den MSV Duisburg holte. Es winkt die Länderspielpause und für die eigene Seelenlage ist es besser, RWE über dem Strich zu sehen. Die Aufgaben in der Dritten Liga wirken sowieso alle nicht gerade leicht, für das heutige Spiel braucht es die unbedingte Konzentration und Leidenschaft, um etwas Zählbares in Essen zu behalten. Mit der nötigen Überzeugung ist jedoch auch gegen gute Abwehrreihen viel möglich, wie das Heimspiel gegen Ingolstadt zeigte. Wenn wir dann zum Ende hin auch noch clever genug sind, dann ist der RWE wieder da!

Hendrik Stürznickel

Spielbericht

Tarnat, Götze, Golz und anderer großer Nachwuchs! RWE schlägt Saarbrücken mit Hafenstraßen-Fußball 1:0!

Großes Kino im Stadion an der Hafenstraße! Fußball-Drittligist Rot-Weiss Essen hat den bisher ungeschlagenen Aufstiegsaspiranten 1.FC Saarbrücken bei den Hörnern gepackt und durch ein Zaubertor von Felix Götze zu Boden geworfen. Nach zum Teil überzeugender spielerischer und vollauf überzeugender kämpferischer Leistung der Essener mussten die Saarländer die erste Saisonniederlage hinnehmen und mit einem 0:1 im Gepäck die Heimreise antreten. Der absolute Großteil der 16.000 Zuschauer an der Hafenstraße 97 A ging mit einem breiten Grinsen nach Hause, denn unsere Mannschaft sprang vor der Länderspielpause an das rettende Tabellen-Ufer.

Das Personal

Christoph Dabrowski hatte aus der 0:1-Schlappe beim VFL Osnabrück die richtigen Schlüsse gezogen und stellte seine Mannschaft für das Duell mit den Saarländern um. Personell musste das ohnehin geschehen, denn sowohl Kapitän Daniel Heber als auch Clemens Fandrich fielen für das Spiel verletzungsbedingt aus. Dabro swichte von der zuletzt praktizierten Dreier- auf eine Viererkette um. Vor Jakob Golz verteidigten Enrique Rios Alonso und Felix Herzenbruch im Zentrum, Andreas Wiegel rechts und Felix Bastians links. Bastians übernahm auch die Kapitänsbinde von Daniel Heber.

Dadurch gewann Rot-Weiss eine zusätzliche Position im Mittelfeld, wo neben Niklas Tarnat Björn Rother für Clemens Fandrich in die Partie rutschte und Felix Götze davor zwischen der 8 und der 10 pendeln sollte. Lawrence Ennali und Oguzhan Kefkir besetzten die offensiven Außen, Simon Engelmann stürmte im Zentrum. Erstmals in dieser Saison stand Isi Young nicht in der Startelf, kam aber nach 71 Minuten für Felix Götze. Nach 77 Zeigerumdrehungen entschied sich Dabro für einen Frische-Smoothie und wechselte gleich dreifach. Ennali, Engelmann und Wiegel verließen das Feld und wurden jeweils positionsgetreu durch Loubongo, Berlinski und Mustafa Kourouma ersetzt. In der Nachspielzeit nahm Essen dann Zeit von der Uhr und Sascha Voelcke komplettierte den Wechselreigen, als er Kefkir ersetzte.

Christoph Dabrowski hatte sein Gegenüber Uwe Koschinat damit überrascht, denn der Gästetrainer offenbarte auf der Pressenkonferenz, Essen in der Dreierkette erwartet zu haben und dass sein Team nicht mit der kompakten Defensivleistung der Rot-Weissen vor allem auf den Außen klargekommen sei. Auch bei seinen Wechseln hatte Essens Coach das richtige Händchen und erntete nach Spielschluss auch in den sonst so kritischen sozialen Medien viel Lob für seinen Mut und seine Entscheidungen.

Die Pluspunkte

Leidenschaft pur, Kampf um jeden Ball, Mut und zum Teil auch spielerische Elemente mixte RWE zum Cocktail des Erfolges. Am Ende gab es fast nur strahlende Gesichter auf den Rängen, sieht man von dem stolzen Away-Fahrer Pulk von knapp 1.000 Saarbrückern ab, und auf dem Platz. Trainer Christoph Dabrowski strahlte besonders und fast wie ein Honigkuchenpferd über den tollen und wichtigen Erfolg. Dabro hatte an diesem Abend vor und während der Partie alles richtig gemacht und genoss wie seine Spieler, die ausgelassen feierten, den Moment.

Es begann wie schon gesagt mit der Viererkette, die Saarbrücken nicht erwartet hatte. Es setzte sich fort in einem energischen Gegenpressing, das RWE endlich in einer Form spielte, wie man es zu Saisonbeginn geplant und bislang nicht auf den Platz bringen konnte. Wie ausschwärmende Bienen jagten die Rot-Weissen die Gäste in Ballbesitz, die so unter Druck gesetzt die gesamte erste Hälfte nicht stattfanden, unpräzise spielten und sich die Butter vom Brot nehmen ließen.

Das wurde besonders beim goldenen Tor des Tages deutlich. Der an diesem Abend überragende und schier überall zu findende Niklas Tarnat hatte nach 37 Minuten einen Freistoß zwar in die Saarbrücker Abwehrmauer gesetzt, jedoch holten sich die Rot-Weissen in einer beeindruckenden Gemeinschaftsaktion die Kugel von Gäste-Kapitän Mike Frantz zurück. Dieser hat 228 Bundesligaspiele auf dem Buckel, war gegen Essens attackierenden Bienenschwarm aber machtlos. Von der Seite kam Ennali, von vorne Tarnat und von hinten Götze, die Frantz alle Fluchtwege mit dem Leder abschnitten. Tarnat war es auch, der dem Saarbrücker die Kugel wegspitzelte, Götze konnte diese aufnehmen und ging zum Gegenangriff über. Der Bruder von Weltmeister Mario offenbarte dann, dass das Talent in der Familie nicht einseitig verteilt ist und zog mit enger Ballführung und hohem Tempo Richtung Gästestrafraum. Lawrence Ennali lief derweil am rechten Flügel weg, was es Gästeverteidiger Pius Krätschmer unmöglich machte, Götze energisch zu attackieren, ohne Ennali sträflich zu vernachlässigen. So ging Essens Nummer 24 in die Box, schlug einen Haken nach links und schlenzte das Leder mit seinem eigentlich schwächeren linken Fuß unhaltbar für Keeper Batz ins lange Eck.

Ein Zaubertor, denn selbst mit solchen Freiheiten ausgestattet, muss man den Ball erst einmal genau dahin und an allen Verteidigern vorbei kriegen. Das Stadion Essen bebte.

Eine echte Torchance hatte Rot-Weiss zuvor nur durch Lawrence Ennali, der eine starke Kefkir-Flanke leider verzog, dennoch war Essens Führung völlig verdient, denn der Favorit aus dem Saarland fand bis dato dank der couragierten Leistung der Gastgeber kaum statt. Auch das spielerische Element kam eher von RWE als von den Gästen. Es blieb aber insgesamt ein Spiel mit wenig Torchancen, aber ebenso ein Spiel von extrem hoher Intensität.

Als es enger wurde, verteidigte Rot-Weiss mit Verve und extremer Leidenschaft und nach 87 Spielminuten zeigte Jakob Golz eine Parade, die bejubelt wurde wie ein Torerfolg der Rot-Weissen, denn der Kopfball aus kurzer Distanz von Sebastian Jacob war fast nicht zu halten. Doch Golz hielt ihn trotzdem und lenkte den fast sicheren Einschlag aus dem Kasten. Auch in Sachen Strafraumbeherrschung war Jakob Golz wohl noch nie zuvor so gut im RWE-Trikot und faustete und flog durch seinen Fünfer wie einst Toni Schumacher. Allein zweimal in der Nachspielzeit boxte die rot-weisse Nummer 1 den Ball in höchster Not weg, beim zweiten Mal wurde er voll von Saarbrückens aufgerücktem Abwehrtank Uaferro attackiert, dieser flog aber ebenso zu Boden wie der Ball weit aus der Box. Klasse, Jakob!

Nicht nur Niklas Tarnat und Jakob Golz machten an diesem Abend ihre berühmten Fußballväter stolz und Torschütze Felix Götze seinen berühmten Fußballbruder. Als Mustafa „Musti“ Kourouma nach 77 Minuten den ausgepumpten Andreas Wiegel ersetzte, fragte sich der ein oder andere Betrachter, ob der junge Mann dem Druck gewachsen sei. Er war es. Und wie. In den mit Nachspielzeit noch knapp 20 Minuten fraß Musti seine Gegenspieler auf der rechten Außenbahn förmlich auf und setzte zudem zu gefährlichen Gegenstößen an. Ein brillanter Einstand des 19 Jahre alten Youngsters, der Essens NLZ entstammt und bis 2025 an RWE gebunden ist. Auch seine Mitspieler feierten Kourouma nach Schlusspfiff im Jubelkreis. Auch wenn einige Akteure hier namentlich hervorgehoben werden, überhaupt niemand enttäuschte in dieser Partie und alle Rot-Weissen gingen bis an ihre Schmerzgrenze. Dann kann man eben auch einen solchen Gegner putzen, vor allem in Deutschlands Kult-Fußball-Tempel Hafenstraße.

Die Knackpunkte

Fußball ist ein Ergebnis-Sport und die ganze tolle Stimmung wäre getrübt gewesen, hätte Saarbrücken am Ende doch noch das genutzt, was RWE ab der 70. Minute fast gezwungen war anzubieten. Hatte es zuvor nur direkt zu Beginn einen allerdings beinahe fatalen Abstimmungsfehler zwischen Jakob Golz und seinen Vorderleuten gegeben, den Jänicke zum Glück nicht ausnutzen konnte, so gelang Rot-Weiss in der Schlussphase nicht mehr so konsequent das Gegenpressing, das natürlich auch Körner gekostet hatte. Einer der Hauptgründe dafür war wohl die Herausnahme von Felix Götze nach 71 Minuten, wodurch RWE an Präsenz im Zentrum verlor und die Gäste vor allem nun das Gros der zweiten Bälle erobern konnten, die Götze zuvor fast magnetisch angezogen hatte. Die Auswechslung war aber leider nötig, denn der Goldtorschütze hatte nach einem unnötigen Scharmützel mit Luca Kerber an der Außenlinie die Gelbe Karte gesehen und musste von nun an sehr vorsichtig sein (siehe Der Aufreger). Zudem war er wohl auch etwas ermattet.

Nun rollte Angriff auf Angriff in Richtung des Kastens der Gastgeber, den Golz jedoch formidabel sauber halten sollte. RWE muss aber lernen, die Bälle in solchen gegnerischen Druckphasen auch einmal festzumachen und für Entlastung zu sorgen. Zudem ist nach wie vor das Thema Lufthoheit ein Thema, denn beinahe hätte der aufgerückte Gästekeeper Daniel Batz per Kopf den Ausgleich besorgt, weil er in dieser Szene in der oberen Etage etwas energischer war als Essens Abwehr.

Der Aufreger

Nach genau einer Stunde gab es eine Schrecksekunde für RWE. Felix Götze hatte das Leder an der Seitenlinie abgeschirmt, um einen Einwurf für Rot-Weiss herauszuholen, und wurde von Luca Kerber unsanft etwas von hinten bearbeitet. Es war nicht das erste Mal, dass Götze so angegangen wurde und es brannten ihm leicht die Sicherungen durch. Jedenfalls beförderte er seinen Widersacher mit einem Schubser in Richtung Bande, Kerber half aber auch etwas theatralisch nach. Das ging durchaus in Richtung Tätlichkeit und nun stand ein Platzverweis für Essens Nummer 24 durchaus im Raum. Schiedsrichter Richard Hempel hatte bislang sehr großzügig geleitet und blieb auch nun seiner Linie treu. Der Referee zeigte das sprichwörtliche Fingerspitzengefühl und Götze sah nur Gelb. Das war durchaus etwas glücklich, aber Gäste-Coach Uwe Koschinat zeigte sich auf der Pressekonferenz, von Journalisten darauf angesprochen, als sehr fairer Verlierer und wollte den Schiedsrichter hierfür nicht kritisieren. Da Felix Götze aber sicherlich auch wegen dieser Szene frühzeitiger ausgewechselt werden musste als wahrscheinlich geplant, bildete diese Aktion dennoch eine Schwächung der RWE-Elf ab, denn fortan musste Rot-Weiss das Zentrum mehr und mehr preisgeben (siehe Knackpunkte).

Fazit

Ein Dreier nach dem Geschmack der Essener Fußball-Gourmets. Weil RWE 90 Minuten plus Nachspielzeit wirklich alles in die Waagschale geworfen hatte, verziehen die RWE-Fans ihrer Truppe auch die wenigen Wackler zum Spielende hin. Wäre einer der Bälle, die durchaus gefährlich in der Essener Box auftauchten, doch noch reingegangen, wäre das aber ein echter Nackenschlag gewesen. RWE hatte aber diesmal das Quäntchen Glück und Jakob Golz. Wo man in den Spielen zuvor häufiger Punkte liegen gelassen hatte, brachte Rot-Weiss das Resultat über die Zeit und bewies endgültig, in der Liga angekommen zu sein und mithalten zu können. Der Lohn, der Sprung auf Platz 15, sodass die RWE-Fans das Wappen ihres Herzensvereins in der KICKER-Stecktabelle in der Länderspielpause über dem Strich bewundern können. Ein schönes Gefühl nach harten Auftaktwochen.

NUR DER RWE

Sven Meyering