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2025/2026 – 3. Liga

SpVgg Greuther Fürth – Rot-Weiss Essen (2:0)

0:2 in Fürth! Der Vorhang für Essens Zweitligaträume im Relegationsdrama von Fürth ist gefallen. Rot-Weiss Essen bleibt nach einem wahren Drama Drittligist. Es hat nicht sein sollen mit dem Aufstieg, aber die Chancen waren da. Trotzdem Danke an die Mannschaft und das Team drumherum für diese geile Saison.

0:2 in Fürth! Der Vorhang für Essens Zweitligaträume im Relegationsdrama von Fürth ist gefallen
Unglaublich bitter. Rot-Weiss Essen bleibt nach einem wahren Drama Drittligist. Es hat nicht sein sollen mit dem Aufstieg, aber die Chancen waren da. RWE ließ zahlreiche Top-Gelegenheiten liegen, Fürth traf durch Futkeu (29.) und Hrgota (47.). Wie sehr die Essener Leistung die beiden Fürther Top-Torjäger genervt hatte, zeigten ihre peinlich unsportlichen Auftritte gegenüber der Essener Mannschaft und der RWE-Bank. Ein bitterer Nachgeschmack, der durch die einseitige Leistung von Schiedsrichter Robert Schröder zugunsten der Hausherren verstärkt wurde.

Das Personal und der Spielfilm
SpVgg Greuther Fürth: Prüfrock – Dehm, Elvedi, Ziereis, Itter – Will, Bansé – Klaus, Hrgota, Ltaief – Futkeu

Rot-Weiss Essen: Golz – Rios Alonso, Hüning, Kraulich – Hofmann, Swajkowski, Kostka – Müsel, Mizuta – Safi, Cuber Potocnik

Uwe Koschinat vertraute der Elf des Hinspiels und begann auch erneut im System der Fünferkette. Von Beginn an durften die RWE-Fans frohlocken, wer einen wütenden Fürther Sturmlauf erwartet hatte, sah sich angenehm getäuscht. Die Gastgeber lieferten zahlreiche Stockfehler und näherten sich kaum einmal vielversprechend dem Tor von Jakob Golz, eine Ausnahme ein Drehschuss von Ltaief, der aber deutlich vorbeistrich. RWE war präsent und hatte nach 10 Minuten eine Megachance. Swajkowski tankte sich gegen die indisponiert wirkende Deckung durch und taucht zentral in der Box vor Keeper Prüfrock auf, schoss aber den bereits zu Boden gehenden Keeper zu unplatziert flach an. Hier hätte ein beherzter Abschluss wie vor kurzem gegen Verl die Führung gebracht.

Essen schoss Prüfrock jetzt warm, kurz darauf lenkte er eine sehr mittige Volleyabnahme von Müsel über das Lattenkreuz. Uwe Koschinat hat seine Ankündigung wahr gemacht, dass Essen hier nicht nur verteidigen werde, Fürth kann die dadurch entstehenden Räume zunächst nicht nutzen. Ein Flankenball von Dehm wird von Golz unterschätzt und landet am Essener Querbalken (19.). Dann Schlüsselszenen, Müsel nimmt einen Fürther Fehlpass auf und treibt die Kugel tief in die gegnerische Hälfte, nimmt Safi am linken Strafraumeck mit, der spielt aber wieder mal seine Schnelligkeit nicht aus und zieht nach Innen, Elvedi blickt den Schuss.

Besser macht es Fürth, Hrgota darf mit dem Ball am Fuß in die Essener Box marschieren, RWE viel zu brav, Klaus kommt an den Ball und spitzelt ihn kurz vor Golz rüber zu Futkeu, der trifft aus der Drehung so den Innenpfosten, dass der Ball ins Tor springt (29.). Fürth führt und das hatte sich wahrlich nicht abgezeichnet. Futkeu provoziert im Abdrehen die RWE-Bank mit Gesten, der Stachel, im Hinspiel wirkungslos geblieben zu sein, sitzt sichtbar noch immer tief.


Fürth wird nun stärker, aber RWE weiß sich zu wehren, Müsel sieht Potocnik, der startet durch bis zur Grundlinie und bedient mustergültig Mizuta, der macht das Tor, die Fahne des Schiedsrichterassistenten geht hoch, leider lag eine Abseitsstellung Potocniks vor (36.). Bis zur Pause hat Fürth dann aber gleich drei Möglichkeiten auf 2:0 zu stellen, Golz klärt stark gegen Schüsse von Klaus und Banse, ein Chipball von Hrgota hinter die Kette setzt Itter ein, der lupft über den herauseilenden Golz und über das Tor. Dann ist Pause in Fürth, die Gastgeber haben sich die Führung in der Schlussviertelstunde des ersten Abschnitts zwar verdient, aber RWE zeigte sich hier auf dem Posten.

In Addition beider Partien steht es nun pari pari. Zur Pause stellt Koschinat das System auf Viererkette um, Abiama kommt für Safi, Rios Alonso rückt auf den rechten Verteidigerposten. Uwes Mannschaft ist zu Beginn der zweiten Hälfte mental leider noch nicht auf dem Platz. Abiama geht Hrgota förmlich aus dem Weg, dieser zieht in die Box und schlenzt ins lange Eck, 2:0 nach 47 Minuten, RWE nun erstmals entscheidend im Hintertreffen.

Schon drei Minuten später hat Michael Kostka die Großchance zum Anschlusstreffer, ein Schuss von Abiama wird geblockt und flippert Essens Nummer 2 vor die Füße, aber die schiebt Fürths Nummer 1 den Ball in die Arme. Auf der Gegenseite arbeitet Fürth an der Vorentscheidung, Hrgota profitiert erneut von Essener Abstimmungsproblemen auf dem linken Flügel tankt sich durch und Jannik Hofmann unterläuft bei seiner Abwehraktion fast ein Eigentor, der Ball springt über die Latte, dann Hrgota zum Dritten (58.). Der schwedische Ex-Nationalspieler dringt wieder in die Box ein, Golz pariert seinen Abschluss, Futkeu scheitert im Nachschuss auch an Essens Nummer 1.

Nun Doppelwechsel bei Essen, Brumme und Reisig kommen für Kraulich und Swajkowski (61.), Alonso rückt zurück ins Zentrum. RWE hat Probleme den K.O.-Schlag zu verhindern und kommt dann scheinbar zurück wie Phönix aus der Asche. Hofmann schlägt eine ganz starke Flanke, RWE hat eine super Boxbesetzung und Potocnik drückt den Ball über die Linie (67.). Ganz Essen eskaliert, sowohl im Stadion als auch beim Public Viewing in der Heimat. Doch der VAR ermittelt eine hauchzarte Abseitsposition. Es bleibt beim 0:2 aus RWE-Sicht.

Kurz darauf ersetzt Janssen Potocnik (73.). Dass es auch nach 81 Minuten beim 0:2 bleibt ist allerdings kaum noch zu fassen. Erneut flankt Hofmann, Abiama verlängert per Kopf, Prüfrock fliegt, alle sehen, er wird diesen Ball nicht erreichen, doch der klatscht an den Pfosten. Der Ball rollt an die Fünferlinie, Prüfrock krabbelt wie ein Käfer auf dem Rücken, Müsel rauscht heran, das MUSS es sein. Essens überragender Mann der letzten Wochen wählt den Flugkopfball und trifft nicht das offene Tor, sondern Prüfrock im linken Eck. Es ist wie verhext.

Fürth hat die Pampers voll, kurz darauf tankt sich Janssen durch gegen drei Verteidiger und sieht den links völlig freistehenden Abiama nicht, Janssens Abschluss fliegt vorbei (83.). Kurz vor dem regulären Ende strebt Mizuta Fürths Kasten entgegen, er will es genau machen, zu genau, sein Abschluss geht am rechten Pfosten vorbei (89.). Mizuta hatte mit 12,19 Kilometern die mit Abstand größte Laufleistung auf dem Feld, da fehlte es wohl auch an Kraft. Die letzte eines halben Dutzends klarer Essener Gelegenheiten.

Fürth liegt die ersten zwei Minuten der angezeigten sieben Minuten Nachspielzeit nur auf dem Boden, daher werden es neun Minuten Nachschlag, in diesen bleibt es aber bei Hektik, Futkeu schwalbt mehrfach und findet bei seinem Fanboy Robert Schröder, der das Spiel doch eigentlich als Unparteiischer leiten sollte, Support. RWE werden so diverse gute Situationen weggepfiffen. Und dann kommt der Schlusspfiff. Aus der Traum. Essen darf stolz sein auf seine Leistung. Auch auf die seiner Fans. Die 3.000 RWE-Supporter dominierten die Atmosphäre am Ronhof und feierten sich und ihre Mannschaft auch nach dem Schlusspfiff lautstark. Mit 1907% Berechtigung.

Die Aufreger
In beiden Partien profitierte Fürth vom Futkeu-Bonus. Das Fürther Sturm-Sternchen hätte regulär im Rückspiel gar nicht spielen dürfen. Schiedsrichter Schlager zeigte Futkeu im Hinspiel an der Hafenstraße nicht die fällige fünfte Gelbe, als der Fürther Ben Hüning einfach wegcheckte. Und auch Robert Schröder huldigte Futkeu im Rückspiel. Etliche Umfaller Futkeus, die eher Kreislaufstörungen bei sommerlicher Hitze denn Essener Foulspielen geschuldet sein konnten, belohnte Schröder mit Freistoßpfiffen, der so gleich zweimal aussichtsreich am Ball zurückgepfiffene Lucas Brumme konnte sich kurz vor Schluss sichtlich nur noch mühsam zurückhalten, dem nicht gänzlich Unparteiischen die Meinung mal richtig zu geigen.

Während RWE drei vertretbare gelbe Karten sah, kamen die keinesfalls weniger zulangenden Gastgeber gänzlich ohne Gelb davon. Unter anderem erneut Futkeu, der Ben Hüning stempelte. Wofür wird ein eigentlich erfahrener Bundesligaschiedsrichter eingesetzt, wenn dieser dann gleich einem Kreisligareferee den größeren Namen auf dem Feld huldigt? Eine schwache Leistung des Schiedsrichters.


Menschlich schwach darüber hinaus das Benehmen der Fürther ihren Essener Kontrahenten gegenüber. Insbesondere Ben Hüning, der zwei starke Partien geliefert hatte, wurde Zielscheibe Fürther Spotts, weil er sich erdreistet hatte, Futkeu im Hinspiel aus dem Match zu nehmen. So kam es nach der Partie noch zu einer Rudelbildung und auch Uwe Koschinat kaufte sich Futkeu noch nach Schlusspfiff und wird diverse Szenen mit ihm „nachbesprochen“ haben. Futkeu wird noch einiges lernen müssen, sportliche und menschliche Klasse vereinen sich jedenfalls (noch) nicht in seiner Person.

Auch Branimir Hrgota ließ keine Gelegenheit aus, zu lamentieren und zu provozieren. Besser machte es Coach Heiko Vogel, der auf der Pressekonferenz anerkennende Worte für Essens Leistung fand.
Positiver Aufreger war Essens Support, 99 Minuten donnerten die Essener Anfeuerungen durch den Ronhof, auch nach Schlusspfiff herrschte nur Stolz und keine Bitterkeit.

Fazit:
Aus der Traum. Aber RWE kann stolz sein auf seine Leistung. Der Verein und seine Fans präsentierten sich bundesweit auf einem sehr hohen positiven Level. Es ist nicht der Zeitpunkt, Trübsal zu blasen. Uwe Koschinat wirkte auf der Pressekonferenz sichtlich geknickt. Er weiß, seine Mannschaft war stark und hätte es schaffen können. Es war die höhere Effizienz und individuelle offensive Klasse der Fürther, die den Ausschlag gegeben hatte. Wie gewohnt fand Uwe aber faire und objektive Worte. Rot-Weiss Essen zeigte seine Wucht und die wird schon bald noch durchschlagskräftiger zurückkehren.

NUR DER RWE!

Sven Meyering