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2026/2027 – 3. Liga

Rot-Weiss Essen – FC Hansa Rostock

Das Duell zwischen Rot-Weiss Essen und Hansa Rostock elektrisiert in dieser Saison nicht nur aufgrund der großen Namen der beiden Clubs, sondern auch durch die Ambitionen und die Leistungsdichte in den Mannschaften. Um die Vorfreude auf das Duell zu erhöhen, könnt ihr nun unseren Vorbericht lesen.

Vorbericht

Mission: Englische Woche vergolden – Das Spitzenspiel gegen Hansa Rostock ruft

In einem Kraftakt unter der Woche bei Waldhof Mannheim konnten trotz schlechtem Geläuf und wild gewordenem Gästetrainer drei Punkte mit nach Hause genommen werden. Zurzeit macht es richtig Bock, der Truppe bei der Arbeit zuzusehen. Der Spaß könnte am Sonntag weiter gehen, denn in einem heißen Duell gegen einen Mitfavoriten um den Aufstieg geht es um nicht weniger als die Sicherung eines Platzes in der Spitzengruppe.

Während die Kogge am letzten Wochenende nach einem 0:4 in Köln bei der Viktoria ordentlich in Seenot geriet, gelang unter der Woche ein kleiner Befreiungsschlag mit dem 3:2-Heimsieg gegen eine junge Stuttgarter Truppe. Auch wenn Rostock auf Platz fünf derzeit in Lauerstellung auf unsere Mannschaft steht, wirkt die Mannschaft von der Ostsee noch nicht gefestigt. Bei aller Vorsicht vor einer Spitzenmannschaft, die zur Hafenstraße reist, gibt es kaum einen besseren Zeitpunkt für spielfreudige Essener, dieses Match bestreiten zu können.

Die Personallage

Trotz eines im Vergleich zur letzten Saison nicht so breit aufgestelltem Kader und den Verletzungen von Max Geschwill sowie Tony Menzel hat Trainer Uwe Koschinat genug Möglichkeiten, eine sehr gute Truppe auf den Platz zu stellen. Allerdings gab der Trainer in der Pressekonferenz vor dem Spiel zu verstehen, dass einige Spieler aus den letzten Spielen ein paar Blessuren mitgenommen haben und deshalb noch ein paar Fragezeichen offen sind. Welche genau das sind, wurde aus taktischen Gründen nicht verraten.

Sollten alle fit sein, sind in der Defensive kaum Wechsel zu erwarten. Torhüter Jakob Golz zeigte in Mannheim einmal mehr seine unglaublichen Fähigkeiten. Davor haben sich Ben Hüning und Rios Alonso als Innenverteidigerduo eingespielt. Auf den Flügeln der Abwehr wird sind Koschinat angesichts eines starken Gegners mit Anfälligkeiten in der Verteidigung mit hoher Wahrscheinlichkeit für Jannik Hofmann und Franci Bouebari entscheiden, die von hinten Druck nach vorne aufbauen können. In der Defensivzentrale ist zurzeit kein Vorbeikommen an Janne Sietan, der sich auch noch unter der Woche als Torschütze betätigen konnte.

Vorne wird es allerdings spannender. Noah Pesch macht seine Sache in der Offensivzentrale gut, aber Nick Bätzner drängt mit drei Scorerpunkte aus zwei Spielen in die Startformation. Dies hätte auch Auswirkungen auf das Sturmduo Semir Telalovic und Jaka Cuber Potocnik bzw. Marek Janssen. Sollte Bätzner auf die „acht“ rücken, bliebe alles weitgehend unverändert. Auf der Spielmacherposition würde Bätzner einen der beiden Stürmer verdrängen, wobei dieser nicht Telalovic heißen wird.

Potocnik erhielt vor Mannheim wie im Heimspiel gegen Viktoria Köln den Vorzug vor Janssen. Uwe Koschinat erhofft sich anscheinend von dem anlauffreudigen Slowenen mehr Druck beim Spielaufbau, insbesondere bei offensivstarken Gegnern, allerdings strahlt Janssen deutlich mehr Torgefahr aus. Wie bereits bemerkt, könnte sich die Frage erst gar nicht stellen, wer gegen Hansa Rostock zuerst auflaufen darf.

Auch auf der Besetzung der Offensivachse stellen sich noch Fragen. Auf der rechten Seite dürfte der formstarke Marvin Obuz gesetzt sein. In der Variante mit Nick Bätzner auf der „acht“ könnte Noah Pesch wieder auf links ausweichen, obwohl er dort nicht so effektiv wäre wie im Zentrum. Dickson Abiama zeigte sich im Gegensatz zum Start der Saison verbessert, ließ aber gute Chancen zum Torerfolg aus. Eine sehr gute Alternative wäre Lucas Brumme, der einen Assist in Mannheim verbuchen konnte und mit Franci Bouebari ein Außenbahnduo bildet, welches in der Liga seinesgleichen sucht. Gerade gegen einen starken Gegner wie Hansa Rostock wäre ein Lucas Brumme in Topform sehr wertvoll.

Der Gegner: F. C. Hansa Rostock (Tabellenplatz fünf – elf Punkte – drei Siege – zwei Unentschieden – eine Niederlage – 14:14 Tore – Differenz 0)

Bereits nach fünf Spieltagen knallte es ordentlich an der Ostsee. Nach der herben 0:4-Niederlage bei der Viktoria Köln war Schluss für Daniel Brinkmann, der die Kogge zwei Jahre lang steuerte und eigentlich zurück in die zweite Liga führen sollte. Doch nach den vergeblichen Anläufen in den vergangenen Spielzeiten war der Kredit für den umstrittenen Coach völlig aufgebraucht.

Das Schwergewicht aus dem Osten mit einem hohen Etat und Zuschauerrückhalt will mit aller Macht zurück in die Liga zwei und will sich keine weiteren Rückschläge erlauben. Dafür wurde der bereits starke Kader nur gezielt verstärkt. Mit Benjamin Uphoff verließ nur eine wichtige Stammkraft die Hansestadt, dafür holte der Klub mit Luca Unbehaun (FC Emmen, zweite holländische Liga) einen sehr erfahrenen Keeper, der seine Klasse bereits in Bochum, Dortmund und Verl nachweisen konnte. Ein weiterer Coup gelang den Rostockern mit der festen Verpflichtung des Topstürmers Emil Holten, der nicht Schweden zurückkehrte, allerdings an der Hafenstraße nicht zur Verfügung stehen wird.

Namhafte Neuzugänge sind Mittelfeldspieler David Kopacz (VfL Osnabrück) mit reichlich Aufstiegserfahrung und die Nationalspieler Florian Bohnert (SC Bastia, Nationalspieler für Luxemburg) und Peter Kiedl (Sturm Graz, Nationalspieler U-21 für Österreich). Außerdem sicherte sich Hansa mit dem Doppeltransfer Leon Dajaku und Niklas Kölle aus Ulm zusätzlich weitere Optionen für eine schlagkräftige Mannschaft. Bei der Betrachtung der Namen fällt auf, dass Rostock seine bereits treffsichere Offensive um Andreas Voglsammer und Maximilan Krauß weiter verstärkt hat.

Sorgen bereitet allerdings die Defensive. 14 Gegentreffer in sechs Spielen ist eine zu hohe Quote für eine Mannschaft, die nach dem Aufstieg lechzt. Interimstrainer Yannic Thiel reagierte auf die Gegentorflut unter seinem Vorgänger und ersetzte den jungen Lucas Wallner in der Innenverteidigung durch den erfahrenen Ahmet Gürleyen. Auffällig bleibt, dass für den Kapitän Franz Pfanne bislang trotz der Abwehrschwächen noch kein Spiel absolvieren durfte und von der Bank seinen Einfluss auf die Mannschaft ausüben muss. Wahrscheinlich traut auch Thiel seinem Mannschaftsführer nicht zu, das Tempodefizit und die Zweikampfschwäche der hanseatischen Defensive zu beheben.

Für RWE wird es darauf ankommen, die in allen Bereichen sehr gut besetzte Offensive in den Griff zu bekommen. Hier gilt es vor allem, Standardsituationen möglichst zu vermeiden und Aufmerksamkeit zu zeigen, falls es doch einmal zu einem ruhenden Ball kommt.

Die Lage in der Liga und Fazit

Am Freitagabend bezwang der SC Verl den Aufsteiger aus Würzburg mit 2:1 und bleibt damit zum vierten Mal hintereinander ungeschlagen.

Der Samstagmittag beinhaltet das Westduell zwischen Alemannia Aachen und Fortuna Düsseldorf. Letztere wollen ihre zuletzt aufsteigende Form bestätigen. Ansonsten treffen die formstarken Viktorianer auf den FC Ingolstadt und die beiden Zweitvertretungen Stuttgart 2 und Hoffenheim 2 zu Hause auf Jahn Regensburg bzw. den SV Meppen. Am späteren Samstagnachmittag ist der FC Saarbrücken großer Favorit im Spiel gegen Aufsteiger Sonnenhof Großaspach.

Aufregender wird es am Sonntag, wenn nach dem Spiel Essen gegen Rostock der Waldhof Preußen Münster zu Gast hat. Eigentlich unglaublich, dass auf diesem Rasen nach nur vier Tagen wieder ein Fußballspiel stattfinden kann. Das Wochenende beschließen der SV Wehen und der MSV Duisburg, welcher keine guten Erinnerungen an den letzten Auftritt in Wiesbaden hat und mit Sicherheit genauso wie RWE in Mannheim seine Schmach aus der Vorsaison vergessen machen möchte. Die TSV Havelse bestreitet sein Heimspiel gegen Fortuna Köln erst am kommenden Sonntag während der Länderspielpause.

Die Trümpfe liegen alle in der Hand von RWE. Die Mannschaft ist in einer Topform und außerordentlich heimstark, zudem hat sie im Gegensatz zu der vergangenen Saison eine Dominanz mit Ball entwickelt, die es für jeden Gegner schwer macht, das eigene Spiel aufzuziehen. Dennoch ist die Situation verzwickt, denn Hansa Rostock kann mit einem Sieg an den Bergeborbeckern vorbeiziehen. Natürlich wäre eine Niederlage kein Beinbruch, vor allem nicht zu dem Zeitpunkt in der Saison, allerdings wäre ein Sieg ein deutlicher Fingerzeig auf die Konkurrenz und ein riesiger Schritt zum ausgegebenen Ziel „20 Punkte nach zwölf Spielen“. Packen wir es gemeinsam an!

In diesem Sinne

NUR DER RWE!

Pascal Druschke