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2026/2027 – 3. Liga

1. FC Saarbrücken – Rot-Weiss Essen

Endlich wieder ehrlicher Fußball. Die neue 3. Liga-Saison ist gestartet und Rot-Weiss Essen reist im vorletzten Spiel des Spieltages zum 1. FC Saarbrücken. Was sich in der Vorbereitung getan hat und warum es nicht schlecht aussieht, mal einen Auftaktsieg einzufahren, steht in unserem Vorbericht.

Neuer Angriff oder ein Schritt zurück? – Auftakt zur neuen Saison für RWE im Saarland

Auch unsere Redaktion musste sich von der nervenaufreibenden Spielzeit 25/26 erholen. Am Ende reichte es nur knapp nicht für die langersehnte Rückkehr in das Unterhaus des deutschen Fußballs. Recht schnell nach dem Scheitern der Bergeborbecker in der Relegation gegen Greuther Fürth wurde im rot-weißen Umfeld deutlich, dass ein Umbruch im Kader stattfinden wird. Einige Kicker verließen auf eigenen Wunsch die Hafenstraße, mit anderen Spielern wollte der Verein nach einer tiefgreifenden Analyse nicht weiter machen. So fiel die Neuausrichtung des Vereins auf der einen Seite nachvollziehbar, aber auf der anderen Seite auch stärker aus, als es sich so mancher Fan gewünscht hätte.

Kaito Mizuta (neun Tore, elf Vorlagen) und Torben Müsel (zwölf Tore, zwei Vorlagen) haben es sich durch ihre Leistungen verdient, höher spielen zu dürfen. Ohne einen Aufstieg war es für die Verantwortlichen nicht möglich, Mizuta zu halten, dies kommunizierte der Japaner sehr offen während den Verhandlungen. In der neuen Saison darf Mizuta in der ersten französischen Liga bei Le Havre in die Trickkiste greifen. Anders sah der Fall bei Torben Müsel aus, der sehr gerne in Essen geblieben wären, allerdings waren die Verantwortlichen aufgrund der fehlenden Schnelligkeit seines Spiels sehr zögerlich bei den Gesprächen. Am Ende der Saison trug Müsel, nachdem Mizuta etwas ausgepowert wirkte, die Mannschaft und führte sie fast in die zweite Liga.

Dafür erhielt Torben Müsel einen Vertrag in der zweiten Bundesliga bei 1. FC Magdeburg. Beide zeigten stets einen vorbildlichen Einsatz in rot und weiss und werden an der Hafenstraße gern gesehene Gäste bleiben!

Unter den Spielern, die durch das Raster gefallen sind, waren die Innenverteidiger Michael Schultz und Tobias Kraulich. Schultz war trotz des Kapitänsamtes nicht gänzlich unumstritten, da er in vielen Situationen zu langsam agierte, aber dennoch bei Trainer Uwe Koschinat ein hohes Standing hatte. Dementsprechend kam die Trennung von Schultz doch etwas überraschend, angesichts der Flut an Gegentoren (68 mit Relegation!) war der Schritt aber durchaus verständlich.

Anders verhielt es sich bei seinem Positionspartner Tobias Kraulich. Der Linksfuß hatte große Mühe, in die Startelf zu finden, spielte auch nicht immer fehlerfrei, bewies aber Qualitäten als Aufbauspieler und nahm zum Ende der Saison eine Führungsrolle ein. Überraschend kam aber der Entschluss zur Nichtverlängerung des Vertrages nicht, dafür schien das Verhältnis zum Trainer nicht gut genug gewesen zu sein. Zudem erhielten Kelsey Owuso, mit dem es ein baldiges Wiedersehen in Saarbrücken gibt, Toni Casali, der beide Torhüter während einer Verletzungspause würdig vertrat, und Allrounder Nils Kaiser keine neuen Arbeitspapiere.

Auch die zwei Leihspieler Danny Schmidt und Jannik Mause, die sich in keiner Weise empfehlen konnten, kehren nicht wieder in den rot-weissen Kader zurück. Youngster Nicolai Schulte-Kellinghausen wurde zur SG Wattenscheid 09 ausgeliehen und bereits dort in den Mannschaftsrat gewählt. Es wäre ihm zu wünschen, wenn der Innenverteidiger einen ähnlichen Weg nehmen würde wie Ben Hünning und nach seiner Rückkehr stärker zurückkommt.

Außerdem gibt es noch zwei „Spezialfälle“ unter den Abgängen. Klaus Gjasula hatte einen Vertrag, der sich durch die Anzahl der Spiele in der vergangenen Saison verlängert hätte, aber aufgrund seiner familiären Situation bat der Albaner um eine Vertragsauflösung. Es ist schwer vorstellbar, sich die sportliche Entwicklung der Mannschaft in den letzten anderthalb Jahren ohne den robusten Sechser vorzustellen. Auch bleibt es ein Geheimnis, warum die Verantwortlichen es nicht zumindest probiert haben, von seinem neuen Verein aus Hoffenheim ein wenig Geld für ihn zu bekommen, am Hungertuch nagen die Kraichgauer ja bekanntlich nicht gerade.

Auch wenn es dem ehemaligen Bundesligaprofi zum Schluss an Schnelligkeit fehlte, gibt es einen solchen Lautsprecher in diesem Kader jetzt nicht mehr. Und dann war da noch die Sache mit Ramien Safi. Der Verein wollte mit dem schnellen Flügelspieler verlängern, doch die Gehaltsvorstellungen gingen sehr weit auseinander. Safi fühlte sich anscheinend nicht richtig wertgeschätzt und sagte dem Verein ab, um unmittelbar dem Erzrivalen aus Duisburg zuzusagen. Für die lokale Presse und den Anhängern in weiß und blau war dies ein gefundenes Fressen, doch an dieser Stelle wollen wir dieser Aufregung keiner weiteren Nahrung hinzugeben.

Angesichts der Leistungsdaten von Safi (drei Tore, vier Vorlagen) war eine deutliche Gehaltserhöhung nicht zu rechtfertigen, wohin er nach dem Ende seines Vertrages geht, ist in diesem Geschäft seine Sache. Auch beim MSV wird er in einem starken Kader nur Ergänzungsspieler sein, vielleicht hat Dietmar Hirsch es ihm nur netter verkauft. Jedenfalls wird es so für ein Engagement in höheren Ligen für ihn nicht reichen.

Die Personallage

Bei den ganzen vielen neuen Gesichtern tut es gut, ein wenig Konstanz im Tor zu haben. Jakob Golz bleibt auch in dieser Saison die Nummer eins an der Hafenstraße vor dem Backup Felix Wienand, bei dem es etwas überraschend keine Wechselgerüchte gab. Neben starken Paraden hatte Wienand in den Spitzenspielen gegen Osnabrück und Rostock seine Aussetzer, so dass im Gegensatz zum Ende der Vorsaison die Rollen zwischen beiden Torhütern stärker verteilt sind. Malte Brünning rückt wieder als dritter Torhüter in die Riege, auch der Nachwuchskeeper Romero Gerres zählt zum erweiterten Profikader dazu.

In der Innenverteidigung hat der junge Ben Hüning nach starken Leistungen in der Vorsaison im Rennen um die Plätze die Nase vorn. Dauerbrenner Rios Alonso wackelte wie die gesamte Innenverteidigung gehörig, zwischenzeitlich wurde auch über seinen Abgang spekuliert. Neu kommt Max Geschwill (25) hinzu, der fest von Holstein Kiel verpflichtet wurde und zuletzt an den FC Magdeburg ausgeliehen war. Dem Linksfuß plagten in der Vorbereitung die Muskeln, so dass sein Einsatz in Saarbücken auf der Kippe steht. Als weiterer Innenverteidiger stände noch Luca Bazzoli zur Verfügung, allerdings gibt der Umgang mit dieser Personalie sehr viele Rätsel auf.

Als Hoffnungsträger in der vergangenen Saison aus Münster geholt, verpasste er durch eine Verletzung den Saisonstart und gab bei seinem Debüt gegen Alemannia Aachen keine gute Figur ab. Spätestens nach seinem Auftritt im Landespokal bei der Niederlage in Oberhausen, wo er sich nach dem Spiel mit Zuschauern anlegte, schien es für ihn an der Hafenstraße kaum noch eine Zukunft zu geben. Er wurde nach Ulm verliehen, war dort Stammspieler, allerdings stiegen die Spatzen auch mit ihm sang und klanglos ab. Ein Beraterwechsel soll den Ausschlag gegeben haben, warum Bazzoli eine neue Chance an der Hafenstraße bekam, wo aber die Verbindung zu seinen sportlichen Qualitäten liegen, müssen die Verantwortlichen beurteilen. Jedenfalls deutet es sich an, dass RWE in Saarbrücken mit dem Duo Hüning/Alonso in den Auftakt geht.

Auf den defensiven Außenbahnen gibt es erfreulicherweise auch wenig Neues zu berichten. Rechts konnte der Mentalitätsspieler Jannik Hofmann fest aus Nürnberg verpflichtet werden, sogar das Kapitänsamt stand für den gebürtigen Bayreuther kurz im Raum. Sein Vertreter Michael Kostka war ohnehin kein Leihspieler und ist eine starke Alternative zu Hofmann, wenn auch eher mit defensiverer Ausrichtung. Auch Franci Bouebari konnte fest aus Freiburg verpflichtet werden, der mit Lucas Brumme ein starkes Duo auf der linken Außenbahn bildete. Beide können die Positionen wechseln, was es für den Gegner unglaublich schwer macht, sich darauf einzustellen.

Zudem kehrte Ekin Celebi aus Schweinfurt zurück, der dort nach langer Verletzungsmisere endlich Spielpraxis erhielt, aber ähnlich wie Bazzoli den Abstieg seiner Mannschaft aus der Dritten Liga hinnehmen musste. Zum erweiterten Profikader in der Verteidigung zählt noch der Nachwuchsspieler James Gnagnon, der an dieser Stelle nicht unterschlagen werden soll. Die erste Position, die ein wenig Kopfschmerzen bereitet, ist die Defensivzentrale. Wie wichtig ein starker Sechser ist, hat die Hafenstraße schmerzlich in der Vorsaison erfahren müssen, wo erst durch die Verpflichtung von Klaus Gjasula im Winter 25 eine gewaltige Lücke geschlossen werden konnte.

Mit Janne Sietan (22) wurde ein Schlüsselspieler aus Waldhof Mannheim verpflichtet, der mit mehr Dynamik und ähnlicher Aggressivität wie Gjasula das Spiel der Rot-Weissen noch optimieren sollte. Allerdings ließ die Vorbereitung die Schlüsse zu, dass der Verein sich nicht auf Sietan allein verlassen will und nach einem weiteren Sechser sucht. Hier ist aber das Problem, dass es mit Gianluca Swajkowski und Ruben Reisig zwei weitere Spieler im Kader gibt, die dort spielen könnten. Swajkowski hat nach dem unsicheren Auftritt in München zu Beginn der Rückrunde am Ende der Saison sehr gute Leistungen auf den Platz gebracht, er genießt aber immer noch nicht das uneingeschränkte Vertrauen des Trainerstabs. Reisig wurde im vergangenen Winter für immerhin 100.000 Euro fest aus Hoffenheim mit viel Vorschusslorbeeren verpflichtet, hatte aber zu viele Schwankungen in seinen Leistungen und konnte auch in Vorbereitung seine Chancen nicht nutzen. Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass Sietan seine Bewährungsprobe in Saarbrücken bekommt, aber ob er zu einer Dauerlösung wird, bleibt weiterhin offen.

Als neuen Doppelsechser/Achter wurde Tony Menzel (21) aus Dresden ausgeliehen, der in der Aufstiegssaison aus der Dritten Liga für erste Aufmerksamkeiten sorgen konnte. Menzel gilt als Moustier-Ersatz, den es in der vergangenen Rückrunde so nicht gab, und wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einen Startplatz erhalten. Eine weitere Position, die noch vakant ist, hat eine ganz ähnliche Brisanz wie die Defensivzentrale. Wenn es einen Zehner im Kader gäbe, wäre es am ehesten der hochveranlagte Noah Pesch (21). Der junge Mittelfeldspieler wurde aus Mönchengladbach verpflichtet und sorgte dort in der Zweitvertretung der Fohlen für Aufsehen. Anscheinend hat Uwe Koschinat eine andere Lösung für die dortige Besetzung im Kopf.

Aus Nürnberg wurde Semir Telalovic (26) ausgeliehen, der auch hinter der Sturmspitze agieren kann und seine Torgefahr bereits in der Vorbereitung beweisen durfte. Ein Schelm, wer bei hängender Spitze an „Martinovic“ denkt. Wenn wir etwas weg von den Problempositionen gehen, finden wir auf den offensiven Außenbahnen viel Schönes. Dickson Abiama konnte nach seiner Leihe aus Kaiserslautern fest an die Hafenstraße gelotst werden. In sechzehn Spielen sammelte Abiama starke sechs Tore und vier Vorlagen für RWE und gilt als Hoffnungsträger für vorne. Sein Backup ist der ehemalige Heilsbringer Marvin Obuz, der eine sehr schwere Saison hinter sich hat. Hier bleibt das Prinzip Hoffnung, dass er zur alten Stärke zurückfinden kann.

Auf der gegenüberliegenden Seite kann hinter dem Routinier Lucas Brumme noch Aiman Dardari (21) spielen, der aus Augsburg ausgeliehen wurde und sein großes Talent in der Vorbereitung andeuten konnte. In der Sturmspitze treffen die rot-weissen Anhänger auch auf alte Gesichter. Marek Jannsen, der trotz seiner dreizehn Tore und drei Vorlagen immer noch seine Qualitäten gegenüber den Verantwortlichen unter Beweis stellen muss, kam fit aus dem Urlaub zurück und erkämpfte sich wohl abermals einen Startplatz, denn er harmonierte im Zusammenspiel mit Telalovic sehr gut.

Gegen Ende der Saison hatte Janssen diesen an Jaka Cuber Potocnik verloren, der das Vertrauen des Trainers genießt, aber häufig mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hat. Seine Bilanz von vier Toren und einer Vorlage spiegelt nicht das wider, was an Talent da ist, nur läuft ihm langsam die Zeit davon, sich als Profispieler beweisen zu können. Vielleicht gelingt in dieser Saison endlich sein Durchbruch.

Der Gegner: 1. FC Saarbrücken (Tabellenplatz Saison 25/26: fünfzehn – 44 Punkte – zehn Siege – vierzehn Unentschieden – vierzehn Niederlagen – 51:57 Tore – Differenz -6)  

So hatten die Saarländer sich die Saison 25/26 garantiert nicht vorgestellt. Nach einem ordentlichen Saisonstart mit sechzehn Punkten aus sieben Spielen gelang in den darauffolgenden sechzehn Spielen kein weiterer Sieg mehr. Panik brach in der Landeshauptstadt aus, denn mit dem Kader, der mit einer kaum veränderten Konstellation schon viele Erfolge verbuchen konnte, sollte endlich der große Wurf gelingen. Doch nach viel Unruhe auf und neben dem Platz konnte wenigstens der Klassenerhalt gesichert werden, was allerdings nicht nur an den eigenen Stärken lag. Mit dem 1. FC Schweinfurt, FC Erzgebirge Aue, SSV Ulm 1846 und dem TSV Havelse standen die sportlichen Absteiger schon früh fest, außerdem hätten noch die TSG Hoffenheim 2 und die Insolvenz von 1860 München den Absturz in die Regionalliga Süd-West verhindert.

Einen Teil zum Klassenerhalt trug auch RWE bei, denn mit zweitem Auswärtssieg der gesamten Saison warfen die Saarländer an der Hafenstraße endgültig den Rettungsanker. Nach einer schwachen Leistung trotz Führungstreffer durch Janssen in der ersten Halbzeit konnte RWE nach einem Powerplay das Spiel nicht mehr drehen. Die Schlüsse, die die Verantwortlichen aus dem Saarland zogen, sind vergleichbar mit den Kaderplanern aus Essen. Die Mannschaft war zu alt und langsam geworden, jüngere und vor allem schnellere Spieler sollten für eine Aufbruchstimmung im Ludwigspark sorgen.

Talente wie Kelsey Owusu (21), Abdenego Nakishi (23, Stuttgart II), Anton Bäuerle (21, Paderborn II), Zac Shuaib (19, Real Sociedad), Mladen Cvjetinovic (22, Holstein Kiel), Alexander Staff (18, Eintracht Frankfurt), Daniel Gleiber (21, FSV Mainz), Gökdeniz Gürpüz (20, Galatasary Istanbul) und Seung-Joon Kim (22, Yongin FC) verpassen dem Kader eine ordentliche Frischzellenkur. Im Gegensatz zu RWE gelang es, den überragenden Spieler der Offensive zu halten. Trotz vieler Angebote verlängerte Florian Pick (vierzehn Tore, neun Vorlagen) seinen Vertrag an der Saar. Zudem gewann der Verein mit Simon Voet (1860 München) und Christian Kühlwetter (Jahn Regensburg) zwei erfahrene Spieler dazu. Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch, dass mit Torhüter Philip Menzel (bislang vereinslos), Abwehrspieler Lasse Wilhelm (ADO Den Haag), Mittelfeldspieler Tim Civeja (Karlsruher SC) und Publikumsliebling Amine Naifi (ebenfalls vereinslos) auch ordentlich Qualität verloren gegangen ist.

Neben dem runderneuerten Kader ist auch der Faktor Gianniks Argirios eine große Unbekannte. Der Grieche, der bekannterweise auch in Essen verbrannte Erde hinterlassen hat, hat als ehemals hoch gehandelter Trainer eine durchwachsene Karriere vorzuweisen und wird Saarbrücken als letzte Chance sehen, im Profifußball Fuß fassen zu können. Immerhin ist seine Bilanz gegen RWE makellos, in vier Spielen war nix für die Bergeborbecker zu holen, wenn Argirios an der gegnerischen Seitenlinie stand. Mut macht den Saarländern auch die gelungene Vorbereitung, in der die Mannschaft keine Niederlage hinnehmen musste. Bei genauerer Betrachtung der Ergebnisse sind aber neben dem Unentschieden gegen den Bundesligisten FC Augsburg auch zwei Unentschieden gegen die Regionalligisten aus Sandhausen und Aalen sowie ein knapper Sieg gegen den Oberligisten aus SV Oberachern zu beobachten.

Auch wenn die lokale Presse schon einen Übergegner für RWE kommen sieht, ist die Ausgangslage der beiden Vereine vergleichbar. Beide Mannschaften müssen nach einem starken Umbruch erst einmal eine Standortbestimmung machen. Möglicherweise hat Saarbrücken durch das Heimrecht und eine kleine Euphorie in der Anhängerschaft, die durch die Rekordzahl von über 8350 verkauften Dauerkarten ihren Ausdruck findet, einen leichten Vorteil gegenüber dem Gegner aus dem Ruhrgebiet, mehr aber auch nicht.

Die Lage in der Liga und Fazit

Direkt im Auftaktspiel zur neuen Saison gab es eine dicke Überraschung, denn der große Favorit aus Düsseldorf, der sich in die Niederungen der Dritten Liga herabgelassen hat, musste gegen Waldhof Mannheim mit einer 1:2-Niederlage einen ersten Dämpfer hinnehmen. Die Presselieblinge aus Duisburg (3:0 Heimsieg gegen den SV Meppen) und die Preußen aus Münster (3:1 Auswärtssieg in Wiesbaden) machten es besser, auch wenn die Schwertlosen die Unterstützung des Schiedsrichters durch einen sehr umstrittenen Elfmeterpfiff benötigten. Der FC Ingolstadt konnte trotz zweifacher Führung gegen den Aufsteiger aus Würzburg nicht gewinnen (2:2). Da konnte aber der nachträglich geretteten Havelser noch einen draufsetzen, auch der TSV führte zweimal, um dann noch gegen den VfB Stuttgart 2 zu verlieren (2:3).

Eine kräftige Klatsche kassierte Viktoria Köln gegen Jahn Regensburg (2:5), die Donaustädter sind damit vor dem MSV Duisburg bis Sonntag der erste Tabellenführer. Zudem gewann am Nachmittag Sonnenhof Großaspach im Duell der Aufsteiger gegen Fortuna Köln mit 1:0. Neben RWE spielen am Tag des Herren noch die hoch gehandelten Rostocker im Kraichgau gegen die TSG Hoffenheim 2. Den Abschluss des ersten Spieltages bestreiten Alemannia Aachen, die auf einen besseren Saisonstart als zuletzt hoffen, gegen die qualitätsmäßig stark gerupften Ostwestfalen aus Verl.

Im Gegensatz zur vergangenen Saison wissen die rot-weissen Fans noch nicht, was sie von der neu aufgestellten Mannschaft erwarten kann. Nach der starken Rückrunde in der Vorsaison und dem zusammengehaltenen Kader war die Wahrscheinlichkeit schon hoch, am Ende oben mitzuspielen. Diesmal ist die Konkurrenz oben vermeintlich größer und man muss mit Kader nach einem stärkeren Umbruch möglicherweise etwas mehr Geduld mitbringen, die an der Hafenstraße traditionell eher schwer zu finden ist. Aber wenn eines gewiss ist, dann, dass es in der Dritten Liga keine Gewissheiten gibt. Mit einem guten Start in Saison ist einiges möglich, jedenfalls ist Qualität, vor allem in der Offensive, vorhanden. Außerdem gilt es noch, den Fluch von Gianniks Argirios endlich zu brechen und die Saarländer früh in ihre Schranken zu weisen!

In diesem Sinne

NUR DER RWE!