06.12.2009

FSV Mainz 05 II - Rot-Weiss Essen


Spaßfußball …

… ist ein Begriff, den man nicht mit RWE in Verbindung bringt. Spaßfußballer nehmen die Sache und sich selbst nicht so ganz ernst, spielen aber doch frisch und erfolgreich auf und stellen dem einen oder anderen „bitterernsten“ Vertreter schmunzelnd ein Bein. Zu den Spaßfußballern zählt man normalerweise die Kicker des selbsternannten Karnevalvereins Mainz 05, aber nicht Essener Rot-Weisse. Hier sind alle eher verbissen bei der Sache – die Fans, die Spieler, die Medien, die Sponsoren und die Verantwortungsetage des Vereins. Zusammen mit dem Mainzer Spaßvölkchen war wohl auch der Spaß selber vom Rhein an den benachbarten Main gezogen, wo die Erstvertretung des FSV sich zeitgleich mit der Frankfurter Eintracht messen musste.

465 RWE-Fans machten sich auf den Weg nach MainzDer einzige Spaß bestand an diesem Nachmittag darin, drei herrliche Tore gesehen und drei Punkte im Gepäck mit nach Hause genommen zu haben. Ansonsten war es eine sehr mäßige Partie. Nach beiderseitigem Abtasten in den ersten zehn Minuten trat Langeweile ein. Der Ball wurde von beiden Teams lustlos zwischen den jeweiligen Strafraumlinien hin und her geschoben. Es kam kein richtiges Kombinationsspiel zustande. Ballverluste und ungenaue Zuspiele prägten die erste Halbzeit. Beide Teams kamen mit dem regennassen Boden schlecht zurecht. Bei RWE fiel das im Unterschied zu den Mainzern sogar auf, weil Ausrutscher und auf dem glitschigen Boden davon springende Bälle die Hilflosigkeit des Teams optisch hervorhoben.

Mit einem Treffer hat eigentlich niemand wirklich gerechnet. Umso größer der Jubel, als er unvermittelt fiel. RWE bekam in der 43. Minute einen Freistoß zugesprochen. Broniszewski sah, dass der Mainzer Keeper weit vor seinem Tor stand und drosch den Ball aus dem Mittelkreis einfach auf das Tor. Vom linken Lattenkreuz prallte der Ball in die linke Ecke des Torraumes und fiel vor die Füße von Sascha Mölders, der allerdings mit dem Rücken zum Tor stand. Mit einem Fallrückzieher zirkelte er den Ball in die rechte Ecke des Mainzer Tores.

Auffällig das Positionsspiel von Patrick Schnier, der diesmal in der Startelf spielte. Er begann auf der rechten offensiven Außenseite, brachte dort aber nicht viel zustande. Druck entstand durch ihn nicht. Später tauschte er mit Aydin auf die rechte Verteidigerposition und wieder ein wenig später fand er sich im linken defensiven Mittelfeld auf der Position von Markus Neumayr wieder. Einen letzten „Positionswechsel“ gab’s dann in der Halbzeitpause. Schnier blieb in der Kabine. Für ihn kam Sebastian Stachnik auf den Platz.

Mit Stachnik kam etwas Schwung in das Essener Spiel der zweiten Halbzeit. Anfangs ging es zwar genau so müde zu, wie in den ersten 45 Minuten, aber das Spiel wurde geordneter. Die Essener Innenverteidigung stand sicher wie immer, hatte alles im Griff. So waren die wenigen Mainzer Bälle in den Strafraum hinein kein Problem für unseren Keeper, der einen ruhigen und sicheren Nachmittag verbrachte. Etwas Leben kam auf Essener Seite in die Partie, vor allem durch Turgul Aydin und ganz besonders durch Markus Neumayer, der das Spiel ankurbelte, die Bälle erkämpfte und gut auf die Mitspieler verteilte.

Bereitete das 1:0 vor - Bartosz BroniszewskiIn der 57. Minute wurde die Mühe belohnt. Wunderlich hatte auf der linken Angriffsseite in Höhe des Strafraums sträflich viel Platz. Er flankte den Ball flach und scharf in den Strafraum auf Sebastian Stachnik, der ihn am Elfmeterpunkt stehend mit der Hacke flach ins rechte Mainzer Toreck beförderte.

In der 72. Minute jubelte der Essener Anhang zum dritten Mal. Aus dem Mittelfeld heraus spielte Wunderlich den Ball steil in die Spitze. Mölders konnte ihn sich erlaufen, einen Mainzer Abwehrspieler stehen lassen und ungehindert den Ball am Torwart vorbei einschieben. Zum dritten Male klingelte es rechts im Mainzer Kasten.

Trotz der recht mäßigen Partie hatten die exakt 465 mitgereisten Essener Fans (550 Besucher gab der Stadionsprecher bekannt – 85 Personen konnte man weit verteilt auf der Mainzer Haupttribüne abzählen) den Eindruck der rot-weisse Sieg sei verdient. Begründung dafür ist wohl die Tatsache, dass, obwohl RWE wenig tat, der FSV gar nichts tat. Gefahr für das Essener Gehäuse gab es nie. Man musste eigentlich nur die ominöse 90. Minute fürchten. Man traut unserer Mannschaft aus Erfahrung ja zu, in der Nachspielzeit noch einen drei Tore Vorsprung zu vermasseln. Beste, weil engagierteste Spieler auf Essener Seite waren Mölders, Aydin, Herzig, Neumayr und Broniszewski, der leider Mitte der zweiten Spielhälfte ausgewechselt werden musste.

Jawattdenn-Spielerbewertung

André Maczkowiak
Maczkowiak
[3]
Turgul Aydin
Aydin
[3]
Sebastian Zinke
Zinke
[3]
Herzig
Herzig
[3+]

Dennis Bührer
Bührer
[4+]

 Bartosz Broniszewski
Broniszewski
[3+]
Markus Kurth
Kurth
[4]
Patrick Schnier
Schnier
[4]
Mike Wunderlich
Wunderlich
[3-] 

Markus Neumayr
Neumayr
[3+]

Sascha Mölders
Mölders
[2-]
Sebastian Stachnik
Stachnik
[3]
Timo Brauer (Foto: Michael Gohl)
Brauer
[o.B.]
Holger Lemke
Lemke
[o.B.] 
   


FSV Mainz 05 II

Kleinheider - Telch, Krause, Kessel, Kaldirim - Riske, Adragna, Fring, Grimm (75. Elliott) - Di Maria (57. Fliess), Mertinitz (69. Amani)

Rot-Weiss Essen

Maczkowiak - Aydin, Herzig, Zinke, Bührer - Broniszewski (69. Brauer), Kurth (75. Lemke) - Schnier (46. Stachnik), Wunderlich, Neumayr - Mölders

Tore 

0:1 Mölders (42.), 0:2 Stachnik (57.), 0:3 Mölders (72.)


Zuschauer

550

Schiedsrichter

Robke (Damme)

Gelbe Karten

Broniszewski, Aydin


Spieler des Spiels 17