16.05.2009

Rot-Weiss Essen - Bayer 04 Leverkusen II


Hurra, wir leben noch!

Manch rot-weiße Fanseele wollte die ganze Mannschaft in den vergangenen Wochen am liebsten verdammen und verteufeln. Seit dem Lebewohl von Ernst Middendorp scheint es jedoch eine Trotzreaktion innerhalb des Teams zu geben. Auch am Freitagabend fuhr die Elf von der Hafenstraße einen ungefährdeten 3:0 Sieg gegen chancenlose Bayer-Bubis ein und funkte damit ein erneutes Lebenszeichen an die knapp 5.000 Unerschütterlichen, die auch an diesem Abend an die Hafenstraße kamen.

Sascha MöldersDoppeltorschütze Sascha Mölders und Mike Wunderlich erzielten die Treffer für die überlegenen Gastgeber und sicherten der Elf von Ralf Außem und Thomas Strunz den Dreier der einerseits für die Statistik, aber auch andererseits Anfang einer vorsichtigen Annäherung sein könnte. Dabei agierte das Trainergespann mit der offensiveren Ausrichtung aus der zweiten Hälfte im Gladbach-Spiel. Dirk Caspers rückte wieder in die Innenverteidigung, Kühne gab den einzigen 6er und mit Kurth, Neumayr und Wunderlich in der Startelf hieß die Devise Offensive.

Und so startete die RWE-Elf auch gleich in hohem Tempo und übte von Beginn an Druck auf den Gegner aus. Schon nach zwei Minuten verfehlte Robert Mainka gleich doppelt den Kasten von Bayer-Keeper Erik Domaschke. Sechs Minuten nach Anpfiff musste sich der nicht immer sichere Torwart der Gäste Sascha Mölders geschlagen geben. Einen Eckball von Markus Neumayr verlängerte Sebastian Zinke in die Mitte auf den freistehenden Mölders, der den Ball mit der Hacke über die Linie drückte. Ein Einstand nach Maß.

Von da an lief die Partie genau nach dem Geschmack der Rot-Weissen. Die Hausherren hielten das Tempo weiter hoch, zeigten beinahe schon vergessene Ballstaffetten, schnelles Spiel in die Spitze und stellten die Leverkusener Abwehr ein ums andere Mal vor größere Probleme. Diese hatte Glück als Mike Wunderlich nach einer Viertelstunde nur knapp das Tor verfehlte. So hatte man die Mannschaft noch zu Zeiten des Saisonbeginns in Erinnerung.

Fünf Minuten später war es erneut der starke Sebastian Zinke, der Sascha Mölders mit einem langen Pass bediente. Der Torjäger ließ sich nicht zweimal bitten und überlupfte den gegnerischen Torhüter zum 2:0. Sein 26. Treffer in der laufenden Saison zeugt von einer überragenden Klasse, auf die wir hoffentlich auch in der kommenden Saison zählen dürfen.

Nach dem zweiten Treffer verflachte die Partie merklich. Die Gäste bemühten sich um einen konstruktiven Spielaufbau, tauchten aber nur selten gefährlich vor Andre Maczkowiak auf. So ging es nach zufriedenstellenden 45 Minuten zu Bier und Bratwurst und manch einer auf den Tribünen fragte sich: „Warum denn nicht immer so?" Die Antwort auf diese Frage wird wohl nur die Mannschat kennen.

Mike WunderlichIn der zweiten Hälfte verlegten sich die Rot-Weißen auf Kontermöglichkeiten. Wunderlich rückte bei Ballbesitz des Gegners zurück auf die Position neben Stefan Kühne und so bildeten die Hausherren schnell ein engmaschiges Verteidigungsnetz, mit dem die Gäste aus Leverkusen ihre Mühe hatten. Die Innenverteidigung mit Zinke und Caspers stand hervorragend, nicht immer im Bilde war Dennis Bührer dessen Drang nach vorn zwar das Angriffsspiel belebte, aber immer wieder Lücken in der Abwehr riss. Im Gegenzug ließen die Offensivbemühungen der Kicker von der Hafenstraße deutlich nach. Die Konter wurden leider nicht immer konsequent genug zum Abschluss gebracht. So brachte Mölders nach einem Zuspiel von Neumayr den Ball nicht mehr auf den Kasten (51.) und Mainkas Schuss flog über das Gehäuse (68.). Die Gäste kamen durch Sascha Maquet zu ihrer besten Chance in Hälfte zwei. Der quirlige Stürmer setzte sich im Essener Strafraum durch, sein Schuss traf jedoch nur das Außennetz (70.).

In dieser Phase kamen die Gäste zu deutlich besseren Gelegenheiten, der Anschlusstreffer lag in der Luft. Doch Mike Wunderlich, mit wohl einem seiner besten Spiele im RWE-Trikot, verhinderte das große Zittern. Der Winterneuzugang schnappte sich die Kugel, düpierte im Alleingang die ganz Bayer-Abwehr und drosch den Ball, statt ihn nach rechts auf seine zahlreich freistehenden Kollegen zu passen, selbst in die Maschen.(85.). Mangelndes Selbstvertrauen sieht anders aus. Der dritte Treffer tat dem Mittelfeldmotor sichtlich gut. Wunderlichs Aufwärtstrend ist unverkennbar.

Die Partie war gelaufen und so siegte RWE auf seiner Freundschaftspiel-Tour 2009 souverän gegen insgesamt bemühte, aber harmlose Gäste aus Leverkusen. Die Mannschaft setzt damit den positiven Trend der letzten zwei Spiele fort und zeigt, dass doch mehr in ihr steckt als 29-Tage-Lautsprecher heraus kitzeln mögen. Auch wenn es kein Happy End mehr geben wird, bleibt zumindest noch Raum für einen versöhnlichen Saisonausklang, auf dass die Fortsetzung im nächsten Jahr ein besseres Ende finden möge.



Jawattdenn-Spielerbewertung

André Maczkowiak
Maczkowiak
[4+]
Jozef Kotula
Kotula
[3-]
Dirk Caspers
Caspers
[3]
Sebastian Zinke (Bild: Michael Gohl)
Zinke
[2]

Dennis Bührer
Bührer
[3+]

 Stefan Kühne
Kühne
[3]
Mike Wunderlich
Wunderlich
[2-]
Robert Mainka
Mainka
[3] 
Markus Neumayr (Bild: Michael Gohl)
Neumayr
[3+]
Markus Kurth
Kurth
[3] 
 Sascha Mölders
Mölders
[2]

  Silvio Pagano
Pagano
[4+]

Turgul Aydin
Aydin
[o.B.]
Marcel Stiepermann
Stiepermann
[o.B.]
   


Rot-Weiss Essen

Maczkowiak - Kotula, Caspers, Zinke, Bührer - Kühne - Wunderlich, Neumayr (61. Pagano), Mainka - Mölders (90. Stiepermann), Kurth (79. Aydin)

Bayer 04 Leverkusen

Domaschke - Selmani, Schultens, Celik, Arslan - Zieba, Schacken (83. Grummel), Kratz (79, Petersch), Grischok (75. Hettich) - Marquet, Schauerte

Tore

1:0 Mölders (6.), 2:0 Mölders (23.), 3:0 Wunderlich (85.)


Zuschauer

5.027

Schiedsrichter

Viktora (Siegbach)

Gelbe Karten

Mainka - Celik

Spieler des Spiel 31 - Sebastian Zinke