27.08.2011

Feucht, aber nicht fröhlich: 0:0 in Koblenz

von Michael Jaskolla

Bei strömendem Regen lieferten unsere Jungs vor 3600 Besuchern (davon ca. 1300 aus Essen) zwar ein engagiertes Spiel, ließen aber trotz einiger hochkarätiger Torchancen zwei Punkte liegen. So blieb am Ende des unter diesen äußeren Umständen ansprechenden Spiels von RWE die Erkenntnis: Gutes Spiel, aber hier war mehr drin!

Vor dem Anpfiff öffneten sich nicht nur die Pforten des Stadions, sondern auch die des Himmels. Die leichte Sommerkleidung, die viele Essener Fußballfans trugen, war dem (Un-)Wetter schnell nicht mehr gewachsen. So fiel der Blick aller Besucher nicht nur auf das Spielfeld, sondern auch immer wieder auf die trockenen Plätze der großen überdachten, aber menschenleeren Südkurve, die aus unbekannten Gründen nicht mal für die Heimfans zugänglich war.

"Wer auf Regen scheißt, der klatsche in die Hand"Essen startete mit Adrian Schneider für den angeschlagenen Rodenberg in der Innenverteidigung. Der zuletzt suspendierte Kuta durfte in den Kader zurückkehren und auf der Bank Platz nehmen.
Nach fünf Minuten zielte Koep nach dem ersten Eckball der Partie nicht genau genug und verzog um zwei Meter (5.). Anschließend erzwang Brauer mit einem Fernschuss die erste Glanztat des starken Koblenzer Keepers Yalcin (14.).
Koblenz stellte die umgebaute Abwehrreihe vor keine unlösbaren Probleme. Zu pomadig und mit einer hölzernen Technik versehen waren die Angriffsversuche der Koblenzer Spieler zumeist schon im Mittelfeld zum Scheitern verurteilt. Also blieb nur das Langholz, das bei jeder sich bietenden Gelegenheit aus dem Halbfeld in Richtung RWE-Gehäuse gedroschen wurde. Dieses war aber stets eine sichere Beute der sicheren Innenverteidigung um Vincent Wagner. So ging ein insgesamt niveau- und höhepunktarmes Spiel in die Pause.

Direkt nach dem Wechsel versuchte Koblenz, das Tempo zu erhöhen und das Spiel zu kontrollieren. Doch diese kurze Phase verpuffte ohne echte Torchance. Lediglich ein Volleyschuss aus halbrechter Position von Hun Kim, der von Schneider geblockt wurde, sorgte für kurzes Aufschreien im kleinen Koblenzer Stimmungsblock.

Ab der 60. Minute hatte Essen das Spiel voll im Griff und erspielte sich Torchancen im 5-Minuten-Takt: Der nach seiner Verletzungspause kurz zuvor eingewechselte Tokat erkämpfte das Leder an der rechten Koblenzer Strafraumecke und setzte mit einem tollen Flachpass Lemke in Szene, der nur noch den Fuß hinhalten musste um zu vollstrecken – aber Lemke semmelte über den Ball. Die bis dahin größte Torchance des Spiels! (67.). Kurz darauf war es Koep, der nach dem tödlichen Pass von Brauer frei vor Yalcin vergab. Der Koblenzer Torwart hatte geschickt den Winkel verkürzt (71.). Essen war in dieser Phase dem Führungstreffer sehr nahe – es fehlte lediglich ein wenig Glück - oder ein echter Torjäger.

Hatte die besten Torchancen - Holger LemkeDie Fahrlässigkeit vor des Gegners Tor hätte sich zehn Minuten vor Schluss fast noch gerächt: Den fulminanten 30m-Freistoßkracher vom Rückkehrer Stahl hatte der Großteil der Stadionbesucher schon im RWE-Tor einschlagen sehen, doch Teufelskerl Lamzcyk, bis dahin nicht ernsthaft geprüft, fischte den Ball mit den Fingerspitzen noch aus dem Winkel. Der Nachschuss von Arslan landete neben dem Tor (80.). Nun war RWE wieder an der Reihe: Lemke setzte sich auf der rechten Seite gegen zwei Koblenzer durch und peilt die kurze Torwartecke an. Doch Yalcin, der sich schon auf eine Flanke einrichtete, konnte nach einem Spagat den Ball mit der Fußspitze noch zur Ecke lenken (87.). Schließlich endete das Spiel wie es begonnen hatte: mit einem Eckball für Rot-Weiss, den Koep per Kopf nicht genau platzieren konnte (92.).

Es blieb schließlich in einem Alles in Allem recht schwachen Regionalligaspiel beim glücklichen Punktgewinn für Koblenz. Vom Zweitligaglanz der Koblenzer ist nicht mehr viel übrig geblieben, biederer Regionalligafußball prägte die bisherigen Auftritte in der neuen Liga. Gestern war auch für Jedermann offensichtlich, weshalb die TuS noch keinen Treffer erzielt hat.

RWE dagegen ist in der Liga angekommen. Alle bisherigen Auftritte lassen darauf schließen, dass Essen in der Regionalliga mithalten kann und der angepeilte solide Mittelfeldplatz ein realistisches Ziel ist.
Die nächste Gelegenheit für einen Treffer hat Koblenz am kommenden Mittwoch in Bochum, während RWE zeitgleich auf den SC Verl trifft. Bei hoffentlich wieder besseren Platzverhältnissen hat RWE gegen die Ostwestfalen die große Chance, sich erstmal in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen.


Jawattdenn-Spielerbewertung

Dennis Lamczyk
Lamczyk
[2]
Dirk Jasmund
Jasmund
[3]
Vincent Wagner
Wagner
[2]
Adrian Schneider
Scheider
[2]

Kevin Lehmann
Lehmann
[3+]

Timo Brauer
Brauer
[3+]
Markus Heppke
Heppke
[2-]
Holger Lemke
Lemke
[3-]
Benedikt Koep
Koep
[3]
Kevin Grund
Grund
[3-]
Lukas Lenz
Lenz
[3-]
Meik Kuta
Kuta
[3+]
Suat Tokat
Tokat
[o.B.]
Roberto Guirino
Guirino
[o.B.]


TuS Koblenz

Yalcin - Arslan, Mund, Barletta, Gentner - Kim (78. Nakai), Göderz, Stahl, Langen (33. Ok) - Hawel, Gros (69. Bauer)

 

Rot-Weiss Essen

Lamczyk - Jasmund (56. Kuta), Wagner, Schneider, Lehmann - Lemke, Heppke, Koep, Brauer, Grund (77. Guirino) - Lenz (64. Tokat)

 

Tore

Fehlanzeige

 

Zuschauer

3.650

 

Schiedsrichter

Frank Willenborg (Osnabrück)

 

Gelbe Karten

Arslan, Göderz, Nakai - Schneider


 Spieler des Spiels 4. Spieltag - Vincent Wagner