20.05.2010

Rot-Weiss Essen - ETB Schwarz-Weiß Essen


RWE lernt es einfach nicht!

“The same prodcedure as every year” - Wieder einmal vergeigen die Rot-Weissen eine lukrative DFB-Pokal Teilnahme, indem sie von der ersten Spielminute an, in dem für den Verein finanziell so wichtigen Pokalendspiel gegen den Stadtnachbarn ETB Schwarz-Weiß Essen, einfach unkonzentriert, harmlos und abwesend scheinen.

Wurde ETB unterschätzt?

Bittere Enttäuschung für die RWE-FansNach der peinlichen Niederlage im letzten Jahr – ebenfalls an der Hafenstraße – gegen Speldorf (2:3 Anm. der Redaktion), sollte dieses hoffentlich nicht der Fall gewesen sein. Wer gegen einen Sechstligisten verliert, der kann auch gegen einen Fünftligisten verlieren. Oder andersherum. Wer einen Drittligsten schlägt, hat noch lange nicht gegen einen Fünftligisten gewonnen. Und vor allem nicht in einem Stadtderby!

War es der Druck mit dem RWE schon seit Jahren nicht umgehen kann?

Möglich! Denn wie immer in wichtigen Spielen versagen anscheinend gerade dann die Nerven. Alles was die letzten Wochen noch gut gelang und teilweise schön anzusehen war, war gestern wie weggeblasen.
Laufbereitschaft, Pressing, Kampf, Torgefährlichkeit = Fehlanzeige!

Aber kommen wir zum Spiel:

Das in Essen mit Freude erwartete Derby zwischen RWE und ETB konnte aufgrund des hohen Fanandrangs erst mit viertelstündiger Verspätung beginnen. Und die Partie begann gleich mit einem doppelten Feuerwerk – im wahrsten Sinne des Wortes. Beim Einlaufen beider Mannschaften würde hinter der ehemaligen Westkurve ein Feuerwerk gezündet. Und nur vier Minuten später zündete der ETB ein Feuerwerk ab – ebenfalls in Richtung Westkurve, mit dem Unterschied, dass es dieses Mal auf dem Platz stattfand. Die 10.409 Zuschauer, die den Weg zur Hafenstraße fanden, rieben sich verwundert die Augen. Denn bereits um 19:49 Uhr leuchtete ein großes 0:2 auf der Anzeigentafel auf. Kamil Bednarski (3.) und Ozan Yilmaz (4.) brachten die Gäste vom Uhlenkrug mit einem Doppelschlag früh in Führung. André Maczkowiak – der nach seinem Bänderriss vor einer Woche wieder im Tor stand – war bei beiden Toren machtlos.

Es gibt Mannschaften, die drehen ein Spiel auch gerne mal in den verbleibenden fünfundachtzig Minuten. Nicht so RWE.

Die frühe Führung spielte den schwarz-weißen natürlich in die Karten. So stellte sich die beste Defensive der NRW-Liga bereits nach fünf Minuten tief in der eigenen Hälfte und forderte die in schwarz gekleideten Rot-Weissen auf, das Spiel zu machen. Dass das nicht gerade die Stärke der Hafenstraße-Kicker ist, ist anscheinend auch die paar Meter bis zum Uhlenkrug durchgedrungen.

Wenig Bewegung (Ausnahmen bildeten ausschließlich Timo Brauer und Mike Wunderlich) und eine Vielzahl von Fehlpässen und Stopfehlern bescherten den Fans Fussball-Magerkost. Man konnte meinen die alljährliche Saisonvorbereitung hat schon begonnen. Vom Finalspielcharakter keine Spur. Dem ETB ist hier jedoch kein Vorwurf zu machen. Sie spielten ihr Spiel jetzt einfach nur clever.

RWE hingegen kam erst kurz vor Ende der ersten Halbzeit noch einmal gefährlich vor das Gehäuse von Tobias Ritz. In der 43. Spielminute misslang den „Lackschuhen“ eine Abseitsfalle. Alessane Ouedraogo, der von Timo Brauer schön in den freien Raum geschickt wurde, lief alleine auf Ritz zu, bediente den mitgelaufenen Mike Wunderlich der den Ball nur noch ins leere Tor schieben brauchte. Ein Tor zum richtigen Zeitpunkt, wie man so schön sagt. Und es wurde noch einmal hitzig. Robert Mainka wurde auf der rechten Außenbahn rüde gestoppt. Die Herren beider Teams ließen sich nicht lange bitten und versammelten sich zur Rudelbildung. Schiedsrichter Christian Erbs behielt die Ruhe und verwarnte Stachnik und Grallert jeweils mit der gelben Karte.

Sebastian Stachnik vergab GroßchancenWer dachte, dass RWE nach dem Anschlusstreffer in der zweiten Halbzeit hochmotiviert aus der Kabine kommt, sah sich getäuscht. Zwar bestimmten die Rot-Weissen das Spielgeschehen, richtig in Gefahr kam ETB aber nur selten. Bartosz Broniszewski vergab eine aussichtsreiche Tormöglichkeit kläglich, Sebastian Zinke verpasste nach einer Ecke den Ball am langen Pfosten nur knapp und Sebastian Stachnik kam gar nicht erst zur Geltung. Sein „großer“ Auftritt sollte aber noch kommen.

Auch der Platzverweis von Pier Schulz in der 75. Minute erzielte keinen positiven Nebeneffekt bei den Gastgebern. RWE blieb weiter torungefährlich!

ETB drosch bereits zu diesem Zeitpunkt die Bälle nur nach vorne oder ins Seitenaus. Doch in den letzten Minuten, in denen Rot-Weiss mit Daniel Chitsulo, Markus Kurth und Dirk Heinzmann endgültig alles nach vorne warf ergab sich auch für ETB noch einmal eine gute Kontermöglichkeiten. So scheiterte Martin Setzke fünf Minuten vor Ende der Partie an André Maczkowiak.

Die letzten beiden Großchancen blieben dann aber Sebastian Stachnik vorenthalten. Und was in diesen beiden Momenten in seinem Kopf vorging, wird wohl ein Rätsel bleiben. In der 90. Minute übte und versuchte sich Stachnik im Ball hochhalten, anstatt aus 10 Metern einfach mal aufs Tor zu schießen. Ozan Yilmaz hatte es ihm doch eigentlich in der vierten Minute vorgemacht wie es geht, als er den Ball aus ähnlicher Position unter die Latte hämmerte. In der Nachspielzeit dann, stand Stachnik mutterseelenallein an der 5-Meterraum-Grenze, bekam den Ball passend auf den Fuß und legte sich diesen aus unerklärlichen Gründen noch einmal auf die andere Seite und vergab somit auch diese, wahrscheinlich beste Möglichkeit des gesamten Spiels.

Am Ende jubeln mal wieder die anderen. Wie immer wenn es für Rot-Weiss Essen um etwas geht. Egal welche Spieler auf dem Platz und welche Trainer an der Seitenlinie stehen. An diesem Phänomen hat RWE die Exklusivrechte.

Darüber hinaus wurde gestern bekannt, dass Sponsor und Geldgeber VVA Insolvenz angemeldet hat. VVA Geschäftsführer und gleichzeitig 1. Vorstandsvorsitzender bei Rot-Weiss Essen Stefan Meutsch war aus diesen Gründen nicht im Stadion. Man kann nur hoffen, dass die Insolvenz der VVA nicht noch mehr Schaden bei Rot-Weiss Essen anrichtet, als eh schon bekannt ist.

Jawattdenn-Spielerbewertung

André Maczkowiak
Maczkowiak
[4+]
Timo Brauer
  Brauer
[4+]
Sebastian Zinke
Zinke
[4-]
Denny Herzig
Herzig
[4]

Dennis Bührer
Bührer
[4-]

Bartosz Broniszewski
Broniszewski
[5]
Igor Bendovskyi
Bendovskyi
[4-]
Alassane Ouedraogo
Ouedraogo
[4] 
Mike Wunderlich
Wunderlich
[4+]
Robert Mainka
Mainka
[6+]
Sebastian Stachnik
Stachnik
[6+]
Daniel Chitsulo
Chitsulo
[o.B.]
Markus Kurth
Kurth
[o.B.]
 Dirk Heinzmann
Heinzmann
[o.B.]
   


Rot-Weiss Essen

Maczkowiak - Brauer, Herzig, Zinke, Bührer - Broniszewski (71. Kurth), Bendovskyi - Ouedraogo, Wunderlich, Mainka (61. Chitsulo) - Stachnik (76. Heinzmann)

ETB SW Essen

Ritz - Grallert, Schweer, Losing, Schulitz - Yilmaz, Schulz, M. Zeh, Bednarski (86. C. Zeh) - Setzke (88. Pasiov), Westerhoff (77. Hensel)

Tore 

1:0 Bednarski (3.), 2:0 Yilmaz (4.), 2:1 Wunderlich (43.)


Zuschauer

10.409

Schiedsrichter

Erbs (Neuss)

Gelbe Karte

Broniszewski, Stachnik - Grallert, Losing

Gelb-rote Karte

Schulz (ETB) wegen wiederholten Foulspiels (75.)


 


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Tabelle

1 D'dorf 2 9
2 Wuppertal 7
3 Viktoria 6
4 Aachen 5
5 M'Gladbach 2 4
6 Wiedenbrueck 4
7 Dortmund 2 4
8 Bonn 4
9 Rodinghausen 4
10 Oberhausen 4
11 Uerdingen 3
12 Erndtebrueck 2
13 Verl 2
14 Rhynern 1
15 Essen 1
16 Wattenscheid 1
17 Koeln 2 0
18 Wegberg 0