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Die Jawattdenn.de-Saisonprognose Teil I: Der Personaletat

Trotz aller Nebenschauplätze ist „Fußball immer noch wichtig“ und dieses Mal gibt es eine XXL-Saisonprognose in fünf Teilen, um das Warten auf den Spielstart in Halle zu versüßen. Im ersten Teil wird der Personaletat in den Blick genommen.

Das verflixte zweite Jahr – oder macht Essen es besser?

Rot-Weiss Essen eröffnet am 04. August beim Halleschen FC die Saison der Dritten Liga. Nach einer insgesamt durchwachsenen ersten Spielzeit im Profifußball seit 14 langen Jahren, in der RWE die übergeordneten Ziele Klassenerhalt und Niederrhein-Pokalsieg zwar erreichte, aber keine weitere Aufbruchstimmung rund um die Hafenstraße 97 A erzeugen konnte, spielt Essen in vielerlei Hinsicht auf Bewährung. Sportlich und finanziell. Viel haben wir in den letzten Wochen schon geschrieben, es war wie immer turbulent im Essener Norden. Jawattdenn.de wagt eine Saisonprognose und bat an der ein oder anderen Stelle RWE-Boss Marcus Uhlig um Informationen und seine Einschätzung.

Der Personaletat

Mit den Zahlen, Daten und Fakten der Jahreshauptversammlung haben wir uns bereits ausführlich beschäftigt.  An dieser Stelle gilt es nur noch einmal zu betonen, dass die schlechte Jahresbilanz 2022 RWE natürlich nicht in die Karten spielt, aber der Verein weit davon entfernt ist, der Insolvenz entgegenzustreben und nicht handlungsfähig zu sein. Was aber bedeuten die Bilanzen für den sportlichen Bereich?

Hier wollen wir uns vor allem mit der Position der Essener im Vergleich zu anderen Teams befassen, wenn es um das Budget geht, das in die ersten Mannschaften fließt. Dabei arbeiten wir wegen der Unwägbarkeiten nicht mit konkreten Zahlen, sondern auf der Basis des Vorjahresvergleichs, Daten von Transfermarkt.de und Rücksprache mit Marcus Uhlig.

Der Essener Etat bleibt im Vergleich zum Vorjahr mindestens gleich, aktuell arbeitet man noch an einer „maßvollen“ Erhöhung. Zu berücksichtigen ist aber, dass die Kosten für die Berufsgenossenschaft leicht gestiegen sind. Damit kann RWE natürlich nicht an Ligagrößen wie Dynamo Dresden, das wohl das Doppelte des Essener Budgets investiert, und Zweitligaabsteiger SV Sandhausen heranreichen, das teure Transfers realisierte, genannt seien Goalgetter Rouwen Hennings, Abwehrrecke Lars Knipping oder die Mittelfeldmänner Alexander Mühling oder Yasin Ben Balla. Mehr Profierfahrung geht kaum.

Ansonsten bleiben wohl auch die anderen zuletzt großen Player der Liga die gleichen, Saarbrücken, Mannheim und trotz der schwachen Vorsaison Ingolstadt wollen hoch, etatmäßig sehr stark sind natürlich auch die nicht aufstiegsberechtigten Zweitvertretungen des SC Freiburg und von Borussia Dortmund. Hinzu kommen die weiteren Zweitligaabsteiger Regensburg und Bielefeld, etwas abgespeckt dürfte 1860 München haben.

Dann kommen viele weitere Truppen mit mehr oder weniger sehr vergleichbaren Möglichkeiten, hierzu gehört auch unser Herzensverein. Im Ligavergleich schätzt Marcus Uhlig den RWE-Etat auf der Position zwischen 9 – 13 an, eine genaue Bezifferung ist schwierig. Im Vorjahr war das nicht anders. Insgesamt hat sich also nicht sonderlich viel im Ranking getan, es gibt eine Reihe von Vereinen, die einfach mehr Schmuck in der Tasche haben, eine arme Liga-Kirchenmaus ist Rot-Weiss Essen aber nicht, gleichauf mit einigen und besser aufgestellt als ein halbes Dutzend anderer Teams und entgegen aller Unkenrufe wirtschaftlich absolut konkurrenzfähig.

Aber RWE will nicht erneut die Ziellinie zum Ligaverbleib nur knapp überschreiten und hat versprochen, den Anhängern einen besseren Kader zu bieten als in der Premierensaison. Da die Finanzmittel zwar nicht geschmolzen, aber eben auch nicht signifikant mehr geworden sind, kommt es somit bei der Realisierung dieses Zieles darauf an, ob Kaderplaner Marcus Steegmann im Verbund mit Christian Flüthmann ein glücklicheres Händchen bei der Zusammenstellung der RWE-Truppe besitzt als sein Vorgänger Jörn Nowak.

Sven Meyering

Ob dieses Ziel mit den aktuellen Transfers erreicht wurde, könnt ihr im zweiten Teil unserer Saisonprognose lesen.